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BMW GS Boxer 1100/1150/1200 Kaufberatung : eBay-Ratgeber

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Ratgeber wurde 5055 Mal aufgerufen Schlagwörter: BMW GS Kaufberatung | BMW 1150 GS | BMW 1200 GS | BMW GS Gebrauchtberatung | BMW GS Modellübersicht


Seit einigen Jahren fahre ich eine BMW GS und bin von ihr bei jeder Ausfahrt begeistert. Egal ob 1000 Kilometer an einem Tag, Schotterpaß in Kroatien, Fight mit einem "Gebückten" im Kurvengeschlängel oder Hobbyrennen am Pannonia-Ring: Die GS macht immer Spaß und ist auch meistens weit vorn dabei. Natürlich mache ich an meiner GS seit Jahren das Service selbst und habe mich intensiv mit der Abstimmung von Motor und Fahrwerk beschäftigt, viele kleine Modifikationen durchgeführt und meine Fahrweise angepasst. Deshalb darf ich mich mittlerweile zu den BMW 4 Ventil Boxer Experten zählen. Mit diesem Ratgeber möchte ich Dir helfen, die für Dich richtige BMW GS zu finden und keinen Fehlkauf zu machen.



Die BMW R 1100 GS brachte die BMW Motorradsparte 1994 nach eher mäßigem Erfolg im Motorradgeschäft in den 70ern und 80ern (es wurde sogar die Beendigung der Motorradproduktion überlegt) wieder auf die Erfolgsstraße. Als technischer Meilenstein bei den Motorrädern (erste 200 Km/H Enduro, Einspritzung, Telelever, optionales ABS) und wegen ihrer  Ausgewogenheit ist die BMW GS seit fast zwei Jahrzehnten auf Vergleichstest-Siege abonniert. Und dies nicht nur in deutschen Motorrad-Zeitschriften, sondern in den wichtigsten internationalen Fachmedien.

Die Vorteile der BMW GS Modelle:

  • Top-Werterhalt, vor Allem ab einem Alter von 5 bis 6 Jahren
  • Mehr als genug Leistung und Drehmoment. 
  • Vorreiter für sinnvolle Technik (z.B. seit 1994 mit Einspritzung und optionalem ABS, aktuelle Modelle mit elektronisch verstellbarem ESA-Fahrwerk)
  • Bei 1100 und 1150ern mit recht einfachen Mitteln beherrschbare Elektronik, 1200er nur für Profis
  • 10.000 km Service-Intervall, Zündkerzen-Wechsel z.B. nur alle 40.000 km (GS 1200)
  • Bei penibler Synchronisation gute Laufruhe (am Besten bei der BMW 1200 GS mit Ausgleichswelle), bullige Leistungsentfaltung und vernünftiger Verbrauch (Landstraße zwischen 5,5 und 6 Liter, je nach Modell und Fahrweise)
  • Vielfältige, gut integrierte Gepäck-Unterbringungs-Möglichkeiten ab Werk oder als Zubehör
  • Telelever und bequeme Sitzposition sorgen für hohen Komfort für Fahrer und Beifahrer. Perfekten Sitzkomfort erreicht man erst mit einer Zubehör Sitzbank. Bei Interesse kontaktiere mich einfach
  • Sehr leichtfüssiges Handling vor Allem in Anbetracht des stattlichen Gewichts, richtiger Fahrstil und Fahrwerks-Einstellung.vorausgesetzt. Mit Nachrüst-Federelementen noch weit besser. Ab Kilometerleistungen von 40.000, häufigem Soziusbetrieb, sportlicher Fahrweise oder "gstandenem" Fahrer wirken hochwertige Federelemente wahre Wunder! Bei Bedarf kontaktiere mich einfach.
  • Sehr viel Zubehör am Markt, aber längst nicht Alles davon ist auch sinnvoll. BMW Wunderlich bietet hier eine große Auswahl für jeden Zweck und Geschmack in exzellenter Qualität. Bei Bedarf kontaktiere mich einfach.
  • Selbst mit Straßen-Enduroreifen voll schotter- und feldwegtauglich auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Obwohl die BMW GS sich bei Reisen rund um die Welt zu Recht den Ruf weitgehender "Unzerstörbarkeit" erworben hat und Laufleistungen bis über 200.000 km ohne Motoröffnung kein Einzelfall sind, gilt es beim Gebrauchtkauf einige Punkte zu beachten:

  • Bei den 1100er GS Modellen (aber auch bei manchen 1200ern) kommt es zu Getriebeproblemen. "Gangspringer" oder seltsame Geräusche bei der Probefahrt sollten Dich zu einem anderen Angebot greifen lassen. Ab 1997 wurde das BMW 1100 GS Getriebe in diesem Punkt verbessert. BMW 1200 GS Getriebe streiken auch ohne Vorwarnung.
  • Dichtigkeit des Hauptbremszylinders und der Zylinderkopfdichtungen sind bei 1100er Modellen bis Baujahr 1996 eine Schwachstelle.
  • Bei zu großem Hinterradspiel hilft oft nur die Erneuerung des hinteren Radlagers. Achtung auch bei den 1200ern der ersten Baujahre: Hier gab es eine Rückrufaktion
  • Der ABS-Check ist äußerst sensibel auf Batterie-Unterspannung. Zusätzlich wird zum Starten des großvolumigen Boxers eine hohe Stromstärke benötigt. Dadurch blinken nach dem Starten häufig die ABS Kontrollleuchten. Abhilfe: Gel-Batterie oder Umbau der Bordelektrik (nicht für Laien!)
  • Die BMW 1200 GS nervt ihre Besitzer seit dem Erscheinen durch zahlreiche Rückrufaktionen. Wichtig: Sind alle technischen Modifikationen und die wichtigsten Software-Updates durchgeführt worden?
  • Die komplexe Elektronik mit Can-Bus der BMW 1200 GS überfordert bei Wartungsarbeiten oft nicht nur Hobbyschrauber. Ein Fall für Spezialisten.

Solltest Du trotzdem auf den Geschmack gekommen sein und Dich für eine neue oder gebrauchte BMW GS interessieren, bleibt nur eine Frage: Wie findest Du das richtige BMW GS Modell?

Welche Boxer-BMW oder GS für Dich passt, hängt vom Einsatzzweck, Deinem Fahrstil, Deinem Geschmack und natürlich Deinem Budget ab.

BMW R 1100 GS

Die BMW 1100 GS, gebaut von 1994 bis 2000 ist der Beginn der neuen GS Ära (optionales ABS, Einspritzung, Telelever). Ja, richtig: Trotz anderslautender Aussagen hochoffizieller Quellen wurde die BMW 1100 GS bis zum Frühjahr 2000 gebaut. Die BMW 1150 GS Produktion lief da schon seit Monaten. Ich hatte selbst eine 1100 GS, bei der unzählige Teile ein Produktionsdatum "2000" hatten. GS 1100 beginnen ohne ABS, mit 100.000 km und mehr und oft "abgewohntem" Zustand bei unter 3.000 €. Die Angst vor Getriebe-, Kopfdichtungs- und Hauptbremszylinder-Schäden ist da leider auch serienmäßig. Spätere Modelle ab 1997 sind ausgereift. Damit hast Du dann eine zuverlässige Reiseenduro, dia auch heute noch technisch up-to-date ist, über 87 bis 91 PS verfügt (Werksangabe war „nur“ 80 PS) und 110 NM Drehmoment hat. Meine oben erwähnte BMW 1100 GS, Baujahr 2000, hat mich 6 Jahre lang ohne grobe Probleme begleitet, lief laut Navi über 200 Spitze und war im Winkelwerk ein sehr gefürchteter Gegner.

Die ideale BMW 1100 GS ist also ein Baujahr ab 97 mit ABS (ein riesiges Sicherheitsplus, kostet ca. 500 € mehr), im guten Pflegezustand und mit originalem Koffersystem.

Bei sorgfältigem Check kann hier nicht viel schiefgehen. Du bekommst um rund 4.500 € ein ziemlich unverwüstliches Bike, mit dem Du von Hausstrecke über 1000 Kilometer an einem Tag bis hin zu Schotterstraßen (auch in flottem Tempo) und Fernreisen alles machen kannst. Sehr empfehlenswerte Extras: Stahlbremsschläuche (die Originalen gehören nach 10 Jahren ersetzt), andere Sitzbank, MRA-Windschild und Wilbers-Eco Federbeine (die Originalen GS Federbeine sind nach 40.000 km sowieso „ausgelutscht“). Für ruhigen Schlaf und feinsten Boxersound empfehle ich einen BLUE-Luftfilter und einen SR-Racing oder Remus Auspuff. Gesamtkosten einer „Top-Level“ BMW 1100 GS: ca. 6.100 Euro. Am Markt gibts viel Auswahl, willst Du trotzdem sparen, greif statt einer frühen GS 1100 lieber zu einer BMW 850 GS (geschmeidiger Motor und mit 70 PS auch genug Leistung, sonst identisch) oder, wenn Du keine Enduro brauchst, einer BMW R850 oder R1100R. Die beginnen ohne ABS schon bei 2.500 bis 3.000 €.

BMW R 1150 GS

Bei ca. 5.000 € beginnt die BMW R 1150 GS, gebaut von September 1999 bis 2003, als BMW 1150 GS Adventure bis 2005. Vor Allem die Optik und der 6. Gang sind die Unterschiede zur 1100 GS. Der 1150 GS Motor verfügt in der Regel über 3 bis 5 PS weniger Spitzenleistung als bei der 1100 GS, dafür hat er feines Drehmoment ganz unten, bei 80 bis 100 km/h im 5. oder 6. Gang. Das gibts so erst wieder bei der aktuellen BMW 1200 GS DOHC. Leider wird diese tolle Drehmomentcharakteristik vom als Overdrive ausgelegten 6. Gang stark eingebremst. Manche BMW 1150 GS verhungern bei 160 km/H auf der Autobahn im 6. Gang mit Sozius regelrecht. Also entweder im 5. fahren (dann aber mit mehr Drehzahl als bei der 1100 GS), oder eine BMW 1150 GS mit „Sportgetriebe“ suchen. Hauptvorteil der 1150 GS ist ihre extreme Ausgereiftheit, es gab auch keine Kinderkrankheiten. Häufiger Mangel ist nur die wegen des guten Drehmoments schon bei weniger als 50.000 km verschlissene Kupplung, der Austausch erfordert Erfahrung und viel Zeit. Ab 2003 waren EVO-Bremse, bei ABS-Modellen mit Bremskraftverstärker, Integral-Funktion (Handbremshebel bremst auch hinten) und Doppelzündung der neue Standard. Das verursacht höheren Wartungsaufwand (Bremsflüssigkeits-Wechsel, doppelte Zündkerzen Anzahl) und bringt kaum echte Vorteile. Die Vorteile der BMW 1150 GS zur 1100 GS: Moderne und mehrheitsfähige Optik, besseres Licht, mehr Drehmoment von Unten, knackigere Vorderbremse (geänderter Hauptbremszylinder) und weniger Technikprobleme.

Die für mich beste BMW 1150 GS, die ich für eine Weltumrundung sogar der 1200 GS vorziehen würde: BMW 1150 GS mit ABS (ca. 500 € mehr für die Sicherheit plus besserer Wiederverkauf), noch ohne Integralbremssystem, im guten Pflegezustand, mit Heizgriffen, Handschalen und Koffersystem.

Bei gründlichem Check sollte nix passieren und Du bekommst ab ca. 5.500 € ein langlebiges, wartungsfreundliches und trotzdem technisch sehr fortschrittliches Bike, das von Alpentour bis Weltreise Alles kann!
Feine Upgrades: WP-Suspension Emulsion Dämpfer, Stahlflex-Schläuche, Sitzbanküberarbeitung und Wunderlich oder MRA-Windschild. Für die Leistung ein Performance-Controller und ein Remus Auspuff mit Sportsammler (nicht Y-Rohr), bringt ca. 8 Kilo Gewichtsersparnis, noch viel mehr Drehmoment unten und feinsten Boxersound. Gesamtbudget für eine „Multitool-1150-GS“ also ab 8.000 Euro.
Die 1150er hat sich mittlerweile zum „Geheimtipp“ in der BMW GS Modellpalette entwickelt. Ich habe einige Kunden, die von einer 1200 GS auf eine 1150 GS „zurückgestiegen“ sind. Es ist deshalb manchmal ganz schön schwierig, eine schöne BMW 1150 GS zu ergattern. Das Preisniveau ist daher sehr stabil, sogar leicht steigend. Sehr geringer Wertverlust (höchstens. 500 € pro Jahr) ist serienmäßig. Wenn Du weniger ausgeben willst und keine Reise-Enduro brauchst, greif einfach zu einer R1150R. Diese haben meist weniger Kilometer, das Sportgetriebe ist Serie und sind ca. 500 € günstiger. Auf kurvigen Straßen eine echte Macht, aber auch für Genießer sehr empfehlenswert.

Die 1150 GS Adventure bringt außer martialischer Optik mit Riesentank, Sport-Getriebe (hier zusätzlich mit „kurzem“ 1. Gang), etwas besseren Federelementen und ca. 20 KG Mehrgewicht nicht wirklich Mehrwert und wird nicht unter 7.500 € gehandelt, Tendenz trotzdem sehr stabil.

BMW 1200 GS

Die BMW 1200 GS war 2004 der Beginn einer neuen Ära! Laut BMW 30 Kilogramm weniger Gewicht (20 bleiben wirklich über), 100 PS und eine sehr gelungene Optik trieb auch viele Nicht-BMW-Fahrer in Scharen zum BMW Händler. Die Verkaufszahlen waren entsprechend und die BMW 1200 GS ist in vielen Ländern Europas heute eines der meistverkauften Motorräder überhaupt!  Zahlreiche Käufer mußten allerdings auch feststellen, daß die 1200 GS noch reifen musste. Viele Rückruf-Aktionen, entladene Batterien, Probleme mit dem EVO-ABS Bremssystem, zu großes Hinterradspiel und sogar Getriebeschäden waren der Nachteil dieser „eierlegenden Wollmilchsau“. Heute sind BMW 1200 GS mit ABS gebraucht bei weniger als 10.000 € angekommen (ohne ABS fast 1.000 € weniger) und es stellt sich die Frage, ob man ohne Risiko zugreifen kann. Ganz ohne sicherlich nicht, aber bei einem servicegepflegten Exemplar mit allen „Updates“, die die BMW Händler den Kunden bei Servicearbeiten oft unbemerkt zukommen ließen, sollte bei einem Check durch einen Profi nicht viel schief gehen. Um dieses Geld gibts dann eine „State oft the Art“ Enduro, am Besten mit Heizgriffen, Handschützern und innovativem Vario-Koffersystem (für Fernreisen mit Offroad-Anteil bist Du mit SW-Motech oder Hepco allerdings besser bedient). Um die Freude an Deiner BMW 1200 GS noch zu steigern, gibts wieder die obligaten Zubehör-Empfehlungen: Progressive Hyperpro Federn oder WP-Suspension Emulsion Fahrwerk, vor allem bei mehr als 40.000 Kilometern oder Modelljahr ab 2006 mit (lasch gedämpften) Showa-Federbeinen. Um die Fernreisetalente voll auskosten zu können rate ich zu einem Sitzbank-Upgrade von Bagster oder Wunderlich, einem besseren Wunderlich-Windschild, und, wie immer bei mir seit fast 30 Jahren, leichtem Leistungs- und Sound-Tuning: Ein Wunderlich Performance Controller mit einem guten Endschalldämpfer (Wunderlich-Power-Gun 2, Remus, BOS oder SR Racing) bringt selbst 2004er BMW 1200 GS fast auf das Niveau des 2010er Modells, 2008er MÜs („Modellüberarbeitung“) sogar darüber. Gönnst Du Deiner 1200 GS ein Rapid-Bike System und eine gute Komplettauspuffanlage (Wunderlich Power-Gun 2 mit Bike-Checker-Zard-Krümmer oder SR Racing Komplettanlage), wirst Du viele 1200 GS DOHC Fahrer verblüffen können. Für die mittlere Leistungs-Stufe sind somit inklusive einer schönen BMW 1200 GS rund 12.000 € fällig, die Rapid-Bike/Komplettanlagen-Combo belstet die Haushaltskasse mit ca. 700 € mehr.

Da stellt sich mancher die Frage, ob er mit einer neuen BMW F 800 GS nicht besser bedient ist.

Die einzig richtige Antwort lautet: Das kommt drauf an. Die BMW 800 GS ist ein exzellentes Motorrad  und macht mit 20 Kilo weniger Gewicht Off-Road mehr Spaß als die GS 1200. Allerdings mußt Du auch auf viele (zumindest für mich) wichtige BMW-GS-Tugenden verzichten: Kardanantrieb, serienmäßiger (gut übersetzter) Hauptständer, guten Windschutz und Sitzkomfort, die geniale Telelever-Vorderradaufhängung, Platz auch im Soziusbetrieb, das 19 Zoll Vorderrad inklusive umfangreicher Bereifungsmöglichkeiten und natürlich die luftgekühlten Boxer-Tutteln. Trotzdem: Wer einfach ein sportliches, gutes und offroad-taugliches Motorrad zum bezahlbaren Preis sucht, ist mit einer BMW 800 GS gut bedient. Hier würde ich ein Neufahrzeug empfehlen, weil die Preisvorteile einer Gebrauchten noch zu gering sind.

Wer aber auf die bewährten BMW-Tugenden, die die GS Modelle weltweit zu den gefragtesten Motorrädern gemacht haben, nicht verzichten will, kommt um einen „Tuttelbären“, also eine Boxer-BMW nicht herum.

Spielt Geld für Dich keine Rolle, ist natürlich eine DOHC GS 1200 ab Modelljahr 2010 die erste Wahl. Toller Durchzug von ganz Unten, dafür gibt’s bei rund 5.500 Umdrehungen einen leichten „Hänger“. Warum man für dieses Durchzugsplus allerdings 2 Nockenwellen (und damit deutlich aufwändigere Wartung) einbauen musste, wissen wahrscheinlich die BMW-Ingenieure. Auch bei der Spitzenleistung lässt sich der „Doppelnocker“ nicht lange bitten und verwöhnt mit seiner „Klangklappe“ im Abgassystem sogar mit sonorem Auspuffsound. Anstelle des optionalen ESA-Fahrwerks würde ich zu leichteren, wartungsfähigen und elektronikfreien WP-Suspension oder Öhlins Komponenten greifen. Windschutz- und Sitzkomfort-Modifikationen analog den Vorgängermodellen. Allerdings überspringt man so leicht die 20.000 Euro Marke. Und auch Diebesbanden haben immer ein begieriges Auge auf Dein neues Traumbike, getreu dem Motto: „Visit Eastern Europe, Your BMW GS is already there!“.

Also vielleicht doch nur 6.000 bis 7.000 € anlegen und eine GS 1100 oder 1150 kaufen? Oder die GS 1200 2004 um 10.000 €. Oder eine GS 1200 MÜ (ab 2008) ab ca. 12.000 €. Oder die F 800 GS? Was ist überhaupt mit der GS 650 Twin mit eigentlich 800 Kubik um unter 10.000 neu? (Tolles Motorrad um recht wenig Geld, allerdings mit nur einer Bremsscheibe vorne und etwas zu softer Optik eher in der Einsteiger- und Damen-Ecke. Genau wie die BMW GS Einzylinder-Modelle)

Fragen über Fragen, die jeder selbst mit gewissenhafter Recherche (oder auch gern mit meiner Hilfe unter www.BIKE-CHECKER.at ) beantworten kann! (Alle Preise betreffen Österreich, Großraum Wien, Stand Herbst 2010)

BMW Boxer Tipps, Tricks und Service:

Öl/Benzin:

  • Motoröl 20W50 für geringsten Ölverbrauch und optimale Hochtemperatur-Stabilität), Leichtlauföle 0W/10W-30/40/50 sollten ausschließlich im Winter verwendet werden.
  • Die BMW 1100 und 1150 Boxer-Motoren sind ziemlich empfindlich, was Benzinqualität angeht. Mit 95 Oktan kommt es des Öfteren (bei altem Sprit oder auch komischerweise häufig in Italien) zu sehr schädlichem Motorklingeln (knacksende Geräusche beim starken Beschleunigen aus niedriger Drehzahl). BMW 1200 Boxer verfügen über einen Klopfsensor und klingeln daher nicht, die Motorleistung leidet aber oft an der vorsichtigen Zündzeitpunktregelung. 98 Oktan hilft in beiden Fällen.
  • Tank: Laut BMW gehen bei der 1100 GS zwar 25 Liter Sprit in den Tank rein, erfahrungsgemäß aber nur 22 wieder raus (Wenn einem so wie mir 2 mal der Sprit ausgegangen ist, merkt man sichs). Bei der GS 1150 hat der (identische!) Tank laut BMW dann nur noch 22 Liter, sehr mysteriös……Solltest Du auch ohne Sprit liegen bleiben, hilft manchmal das Kippen der BMW auf die RECHTE Seite. In der Tankflanke haben sich die restlichen 1 bis 2 Liter Benzin versteckt! Bei der GS 1200 war BMW dafür sehr zurückhaltend. Statt versprochener 20 gehen 21,5 Liter rein! (Messung im MOTORRAD-Alpentest)

Konstantfahrruckeln (KFR) bei den 1100/1150ern:

In vielen BMW Foren ist das Ruckeln der BMW Boxer (vor Allem 1100 und 1150) bei geringer Drehzahl und Gasgrifföffnung ein heiß diskutiertes Thema, unzählige Legenden ranken sich vor allem um die richtigen Zündkerzen. Konstantfahrruckeln kann effektiv aber nur auf zwei Arten behoben werden:

  1. Das Benzin/Luft Verhältnis fetter machen: Bei der BMW 1100 und 1150 GS durch Entfernen des Codiersteckers. Das hilft oft auch bei ungenauer Synchronisation, allerdings steigt der Verbrauch um ca. 0,6 Liter. Achtung: Im Rahmen der STVO nicht zulässig.
  2. Neue Zündkerzen (ich empfehle NGK oder Denso), Ventileinstellung nach Werksvorschrift auf 0,15/0,3mm Einlaß/Auslaß und penible Synchronisation bei Standgas und ca. 2.500/min. Beim 1100er Boxer in den R1100R und R1100GS Modellen erfordert dies auf Grund ungleicher Auspuffkrümmer-Längen kleine Kompromisse.
  3. Brisk Zündkerzen helfen zwar, das Problem zu mindern. Bei mangelhafter Synchronisation nützen aber auch sie sehr wenig.

Ich hoffe, Du konntest ein paar für Dich nützliche Dinge über die BMW GS Modelle und andere Boxer erfahren und wünsche Dir eine unfallfreie Saison 2011!

Der Bike-Checker



Ratgeber-Nr.: 10000000017028764Ratgeber erstellt am: 02.06.10 (aktualisiert 30.10.11)

 
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