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Briefmarkenkauf Wie erkenne ich postfrische Briefmarken : eBay-Ratgeber

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Ratgeber wurde 7682 Mal aufgerufen Schlagwörter: Postfrisch | Briefmarke | Nachgummiert | Ungestempelt | Ungebraucht


Wie unterscheide ich postfrische Briefmarken von ungebrauchten Briefmarken?

Bevor ich so weit an das Thema rangehen will, empfiehlt es sich zu wissen, was postfrisch und ungebraucht bei Briefmarken bedeutet.

Was bedeutet die Bezeichnung "postfrisch" beim Briefmarken-Kauf?

Postfrisch bedeutet, dass die Briefmarke sich in dem Zustand befindet wie die Briefmarke von der Post am Postschalter verausgabt wurde.

Schon im Deutschen Reich hatte die Postbeamten die Auflage die Briefmarke vom Bogen vorsichtig abzutrennen und sollten eine besondere Aufmerksamkeit im Umgang mit postfrischen Briefmarken zu Tage legen. Bei Sondermarkentrennung mussten die Beamten weiße Handschuhe tragen um Fingerabdrücke auf dem Gummi zu vermeiden. Historische Quellen sprechen davon, dass es so genannte Briefmarkentrenner als Beruf gegeben haben soll. Diese haben es wunderbar verstanden Briefmarken in Massen von je 10 Bogen zu trennen. Und das mit der Auflage keine Briefmarke zu beschädigen.

Postfrisch wird mit diesen Zeichen ** überall und international gekennzeichnet. Die Briefmarke muss hier auch mindestens alle Zähnungen aufweisen. Fehlt ein Zahn darf nicht mehr von postfrisch gesprochen werden. Auch Stockflecken machen aus postfrische Briefmarken ungebrauchte Briefmarken.

Bei älteren Briefmarken vor 1945 hat sich die Aufmerksamkeit der Sammler auf postfrische Briefmarken erst in den 70er Jahren etabliert. Noch 1960 wurde nur in ungebrauchte und gestempelte Briefmarken unterschieden.

Dieses Zeichen * bedeutet ungebraucht.

Die Katalogdotierungen für "Ungebraucht" * bezieht sich auf postfrische Briefmarken mit Erstfalz.

Wichtig!! Ungebrauchte Marken sind auf keinen Fall postfrische Marken. Natürlich gibt es auch ungebrauchte Briefmarken mit Gummimängel. Diese sollten jedoch beim Verkauf schon erwähnt werden.

Dieses Zeichen (*) steht für ungebrauchte Marken ohne Stempel und ohne Gummi.

Diese Briefmarken sind weniger Wert als * ungebrauchte Briefmarken. Je nach Fall sind diese aber immer noch Sammelwürdig und je nach Alter oder Seltenheit auch noch wertvoll. Manche ganz alte Briefmarken gibt es sogar nur in der Erhaltung (*). Diese werden so auch im Katalog in der Bewertung angegeben.

Leider findet man bei EBAY gar nicht zu wenig Fälle, die in Briefmarken ohne Gummi postfrische Briefmarken sehen.

Wie stelle ich fest, ob eine Briefmarke ungebraucht ist?

Erst die Betrachtung der Rückseite der Briefmarke erzählt uns, ob es sich hier um eine Briefmarke ohne Gummi, oder Briefmarke mit Falz oder Falzrest sowie Briefmarke mit Gumi gänzlich ohne Beschädigung handelt.

Ist all das erfasst, muss man prüfen ob zum Beispiel der Gummi der Briefmarke nicht falsch ist. Häufig wurden wertvolle Briefmarken nachgummiert.

Achtung - es gibt gestempelte Briefmarken mit Gummi. Dies haben Sammler vor 1945 seltener veranlasst. Sie wollten so einwandfreie Briefmarken haben. Diese Briefmarken sind leider nur als "Gefälligkeitsabstempelung" zu werten. Denn diese Briefmarken sind postalsich berachtet nicht befördert worden. Bei den Ausgaben der BRD, Saar finden sich viele gestempelte Briefmarken mit Gummi. Ich selber habe mir in den 70er Jahren postfrische Briefmarken am Schalter entwerten lassen.

Also trotz des Gummis sind diese Briefmarken als gebraucht und gestempelt zu bewerten.

Warum denn diese Bestimmung und Prüfung inwiefern eine Briefmarke postfrisch oder ungebraucht ist?

Je nach alter einer Briefmarke sind postfrische Briefmarken seltener als ungebrauchte Briefmarken.

Somit kostet die Anschaffung einer posfrischen Briefmarke oft das zehnfache einer nicht postfrischen Marke. Beispiel:

Die Michel 482 Hindenburg-Briefmarke Deutsches Reich Wasserzeichen Waffeln hat * ungebraucht 16,00 und postfrisch ** einen Wert von 75,00.

Einfach gesprochen bedeutet somit postfrisch - Fabrikneu, wie aus der Fabrik gekommen und am Postschalter verausgabt.

Und die Briefmarke darf  keine Gummie Beschädigungen oder fehlende Zähnung aufweisen.

Postfrisch trotz leichter Gummiunregelmäßigkeiten?

Bestimmte Briefmarken aus dem deutschen Reich und gerade der letzten Jahre von etwa 1943 - 1945 weisen am Gummi leichte Schäden auf. Meist sehen diese Schäden wie kleine Blasen aus, helle Flecke oder etwas scheckig aus. Oder es fehlt etwas Gummi so im Bereich 1mm x 1 mm. Diese fabrikationsbedingten Schäden beieinträchtigen das Signum postfrisch nicht. Die Gründe hierzu sind eine extreme Materialknappheit und im zunehmenden Fachkräftemangel begründet. Für den Gummi der Briefmarken benötigte man den Gummi Arabicum. Die Akazienbäume aus denen Gummi arabicum gewonnen wird, kommen in der. Sahelzone von Indien und dem Oman, Sudan bis tropisches Süd- bis Nordafrika vor. Deutschland musste das Gummi importieren. Dafür benötigte man Devisen und freie Handelswege. Ab 1943 waren diese Komponennten zunehmend eingeschränkt. So wurde der Gummi unterschiedlich gestreckt. Der Mangel an Soldaten führte dazu, dass Deutsche Facharbeiter an die Front mussten. Ausländische Zwangsarbeiter übernahmen diese Stellen. Auch in den Reichsdruckereien ging der damals genannte "Heldenklau" von Fachkräften in der Industrie um. Das bedeutet, dass wichtige Facharbeiter an die Front mussten. Somit wurde die Fertigung der Briefmarken, die an sich auf einem sehr hohen handwerklichen, künstlerischen und technischen Stand sich befand in deren Ausführung und Qualität gemindert.

Wenn man sich etwas mit postfrischen Marken beschäftigt, dann erkennt man leicht, welche Fehler im Gummi fabrikationsbedingt sind oder welche Gummifehler durch falsche Lagerung oder Entfalzung entstehen.

Vorsicht bei Versandware von Versandhäusern aus der frühren Vergangenheit! Vorsicht bei bestimmten postfrischen Prüfungen der 70er und 80er Jahre!

Manche Versandhäuser verkauften in den 60er, 70er und bis hin in den 80er Jahren nachgummierte Briefmarken. Es gab zwei Prüfer, die solche Briefmarken auch noch als postfrisch geprüft haben. Diese Briefmarken findet man leider sehr oft bei EBAY wieder. Aus rechtlichen Gründen kann ich keine Namen nennen. Bei teureren Stücken und Unsicherheit empfiehlt es sich immer Briefmarken mit sogenannten Neuprüfungen zu erwerben. Manche Prüfer hatten in den 80er Jahren auch nicht die notwendigen technischen Geräte um zum Beispiel eine gutgemachte Entfalzung zu prüfen.

Die Gummierung bei einer postfrischen Marke darf außer produktionsbedingte Fehler, die es zur Erinnerung eher ab ca. 1943 gab, keine Fehler im Gummi aufweissen.  Manche Sammler beschimpfen die peniblen Gummibegutachter als Gummifetischisten. Dem stimme ich nicht zu. Eine teure postfrische 497 Chicago zum Beispiel möchte, wenn ich sie als postfrisch erwerbe doch bitte im Gummi makellos sein.

Die Michel 803 Blaues Band von 1941 weist sehr oft Farbreste auf dem Gummi auf. Da dies bei fast allen Briefmarken der 803 Produktion vorkommt, kann man hier von postfrisch sprechen. Auch die Abschieds-Serie  Danzig 716 - 729 kann auf dem Gummi schwarze Druckreste vom Audruck aufweisen. Hier kann man auch von potfrisch sprechen.

Fatal postfrische Kriterien zu ignorieren macht sich bei den Sätzen, Chicago Fahrt 496 - 498, der Wagner Serie 1933 499 - 505, der Flugpost 529 - 539, der Stände 556 - 563 und der Trachten 588 - 595 aus. Auch bei den Block Serien Block 4 - 11 ist absolute Vorsicht geboten. Der Käufer kann hier sehr schnell einen spürbaren finanziellen Schaden erleiden. Eine kleine kaum sichtbare Anhaftung von der Steckkarte kann zum Beispiel an der Wagner 505 den Katalogpreis von 950,00 EUR vernichten. Ich empfehle hier nur die Stücke zu kaufen, wenn man sich sicher ist eine Gummierung zu beurteilen. Wir müssen uns alle eingestehen, dass wir fast gar nicht eine gut gemachte Entfalzung einer Briefmarke einschätzen können. Uns fehlen hier die technischen Hilfsmittel. Hier empfehle ich nur zu kaufen, wenn der Verkäufer eine Rücknahme der Briefmarken bei Prüfung nicht postfrisch in seinem Angebot anbietet.

Nicht jeder Verkäufer oder Sammler ist nach meiner Auffassung zuzumuten jede Briefmarke zur Prüfung zu geben. Meine Erfahrung ist, dass bei EBAY die Prüfkosten sich nicht relativieren bzw. der Erlös deckt den Aufwand für eine Prüfung nicht. Gutinformierte und erfahrene Sammler schaffen es 99 % der teuren Briefmarken als postfrisch, nicht postfrisch und auf jeden Fall Gummi falsch einschätzen zu können. Der Knackpunkt läge in der Beurteilung - Ist eine Briefmarke entfalzt oder nicht. Herrkömliche Entfalzungsmethoden, die kann man sichtbar machen. Technisch aufwendige Entfalzungsmethoden jedoch nicht. Diese Methoden sind zum Glück noch nicht so verbreitet.

Schwarze Anhaftungen auf Briefmarken / Sehr im Licht wirkende glatte und platte Stellen im Gummi

Sehr oft weisen ehemals postfrische Briefmarken schwarze Anhaftungen auf dem Gummi auf. Diese Anhaftungen rühren von den schwarzen Steckkarten her. Bei minimaler Feuchtigkeit oder feuchter Raumluft, kann es hier schon zu schwarzen Anhaftungen kommen. Mit Schrecken habe ich bei ebay beobachtet, wie Ebayer solche Briefmarken zum Beispiel aus der Wagner Serie noch als postfrisch verkauft haben.

Mein Tip: Sehr wertvolle Briefmarken sollten auf einer Plastikunterlage liegen und nicht auf einem Karton oder einfach so in einem herkömmlichen Album. Die allseitsbekannten schwarzen Schutzhüllen (Hawid) langen vollkommen und sind in unterschiedlichsten Größen zu kaufen. Es gibt auch durchsichtige Schutzhüllen. Diese kann man dann zusätzlich in das Album packen. Sicherlich empfiehlt sich am besten ein Vordruckalbum mit durchsichtigen Seiten. Das bedeutet, dass man die Briefmarken so auch von hinten betrachten kann. Empfiehlt sich auch für Auktionen. Und ganz wichtig. Lagern Sie unbedingt feuchtfrei.

Achtung: Vor viel Feuchtigkeit schützen diese Hüllen nicht. Bei Feuchtigkeit kann auch hier der Gummi sich verändern. Der Gummi wird glatter und glänzender.

Leider gibt es bei Ebay auch einige schwarze Schafe. Nicht viele, aber fast 2 Hände voll können es schon sein. Sie kaufen zu gerne * ungebrauchte Briefmarken auf und gummieren diese nach. Mit der Zeit kennt man diese Pappenheimer vom Namen her. Leider haben solche Spezis mit der Zeit sich mehrere Namen oder accounts zugelegt. Wie nachgummiert wird, darüber kann ich nicht berichten. Denn ich weis es wirklich nicht.

Wie kann ich als Laie nachgummierte Briefmarken erkennen / Einfache Vorprüfungen die eine Bestimmung je nach Erfahrung bis zu 99 % garantieren?

Wie kann ich als Sammler nachgummierte Briefmarken erkennen?

Ganz einfach. Jeder von uns hat preiswerte Briefmarken in postfrischer Ausführung. Diese Briefmarken sehen Sie sich bitte genau an. Prägen Sie sich das Aussehen des Gummis und der Marke ein. Schauen Sie sich dafür die Beschafenheit des Gummis an. Bemerken Sie den eigentümlichen Glanz des Gummis. Der Gummi sieht einfach "Neu" aus. Und schnippen Sie am Rand mal leicht mit dem Finger. Also Briefmarke mit der Pinzette anfassen und von Außen, der Druckseite und am Rand ganz leicht mit dem Finger die Briefmarke schnippend biegen. Sie werden bemerken, dass diese Briefmarke in der Struktur eine Spannkraft aufweist. Sie schnellt straff gespannt zurück. Nun sind Sie fast gewappnet nachgummierte Marken von echten postfrischen Marken zu unterscheiden.

Haben Sie Ihre postfrischen Marken ersteigert und erhalten Sie die Marken auch wirklich unbeschadet, dann erst mal Glückwunsch. Denn die Marken haben je nach Verkäufer einen langen Weg hinter sich bis sie zu Ihnen gelangten. Aber bitte, seien Sie erst froh, wenn Ihre Marken auch wirklich postfrisch sind.

Nehmen Sie zur Überprüfung Ihre Marken mit der Pinzette in die Hand.

Nachgummierte Briefmarken können von der Festigkeit der Marke her gesehen labberisch wirken. Bewegen Sie Ihre Marken leicht mit dem Finger. Ist die Marke lasch und federt nicht zurück, dann stimmt schon etwas nicht.

Ein weiteres Merkmal bei nachgummierten Briefmarken ist folgender:

Nachgummierte Briefmarken neigen dazu ganz flach zu liegen. Sie liegen auch in der Hand ganz flach. Postfrische Briefmarken weisen unterschiedliche Wölbungen auf. Diese Wölbungen werden begünstigt durch die Gummibrechmaschinen. Der Gummi wurde nach dem Trocken mit Maschinen gebrochen. Dies sollte die Aufnahme von Feuchtigkeit - Briefmarken waren dazu gedacht auf Briefe zu kleben - begünstigen. Je nach Riffelungen haben wir eine unterschiedliche Wölbung der Briefmarke. Nachgummierer setzen zu 99 % keine Gummibrechmaschinen ein.

Zum weiteren Prüfen werfen sie die Brief-Marke auf den Rücken und kontrollieren die Beschaffenheit des Gummis.

Bei Sätzen müssten zum Beispiel der Gummi in der Qualität und der Farbe des Gummis komplett gleich sein. Früher, also vor 1948 wurde meist mit Gummi arabicum gummiert. Das Gummi arabicum bekommt man heute noch zu kaufen. Gummi arabicum ist ein bräunlich aussehendes Harz und gesundheitlich unbedenklich. Bei Briefmarken-Sätzen kann es jedoch vorkommen, dass der Gummi unterschiedliche Riffelungen in der X und Y Achse aufweist. Es kann auch sein, dass Briefmarken keine Riffelung aufweisen. Briefmarken ab 1938 an weisen oft keine Riffelung mehr auf. Bei Sätzen sollte also die billigen Brief-Marken und die teuren Marken gleich in der Beschaffenheit des Gummis sein (Farbe und Konsistenz sollte gelbich sein). Bei der Danziger Abschiedsserie 716 - 729 können verschiedene Gummiarten auftreten. Hier hilft dann der Test mit der Spannkraft und die Überprüfung der Wölbung. Und ein Spezial-Katalog gibt auch Angaben, wenn ein Gummi anders als herkömmlich beschaffen ist.

Gerade bei Wagner und Stände sind oft unterschiedliche Gummifärbungen anzutreffen. Eine sehr, sehr helle Gummifärbung ist ein weiterer Indiz für eine Nachgummierung. Wenn sie echte postfrische Marken neben nachgummierten Marken legen, werden Sie mit Sicherheit einen Unterschied feststellen.

Ein weiteres Indiz für eine Nachgummierung ist die Beschaffenheit der Zähne.

Fast alle Briefmarken wurden in der zuständigen je nach Druck in der Reichsdruckerei zuerst nach dem Druckverfahren im Bogen gummiert. Auf jden Fall wurden die Briefmarken im Bogen nach der Gummierung gezähnt. Das bedeutet, dass der Zähnungsstich der Briefmarke durch eine Maschine erst nach Trocknung des Gummis erfolgte. Somit hat eine Echte postfrische Briefmarke eine saubere Zähnung. Das bedeutet, in der Zähnung oder am Rand der Zähnung ist kein Gummirest zu fiinden.

Nachgummierte Briefmarken haben aber oft in der Zähnung oder an den Zähnungsoberfläche Gummireste.

Denn jeder, der Gummi auftragen will benötigt hierzu eine Gummimasse. Und die ist flüsig. Somit kann man auf jden Fall an den Löchern der Zähnung Gummireste finden.

Vorsicht.

Neueste Kenntnisse ergeben folgendes schaurige Bild. Manche Nachgummierer gummieren nur im Bereich des Marken-Bildes. Die Zähne werden nicht mitnachgummiert. Sie kaufen hierzu sehr gut erhaltene Erstfalzwerte und gummieren nur das Mittelstück. Neuerdings werden Schablonen gebaut und so über die Briefmarke gelegt, dass der Gummi nicht über die Zähnung hinausgeht. Die Zähne bleiben so im originalem Zustand. Ich gebe zu, dass diese Methode eine besonders fiese Methode der Nachgummierung und somit Fälschung ist.

Weiteres Merkmal bei der Zähnung - Die Ausreiß oder Ausfransung an den Reißstellen!

Beim Abreißen oder Abtrennen einer Briefmarke vom Briefmarkenbogen franst die Briefmarke an der Zähnung extrem aus. Das ist vollkommen normal. Reißen Sie mal bitte zur Probe ein Papier auseinander und sie werden hier kleine Ausfransungen sehen. Papier stammt vom Zellstof und besteht aus kleinen Fasern.

Mit einem 10 fach Fadenzähler kann man diese Ausfransung sehr gut sehen. Auch bei der Briefmarke sehen die Ausfransungen wie feine Fussel aus. Kleine feine Papierhärchen oder Zellulosehärchen stehen von der Zähnung in allen Richtungen ab. Diese Ausfransungen sind alle durchweg bei weißem Briefmarkenpapier in der Regel schneeweiß. Wurde die Briefmarke nachgummiert, dann sind diese Fransen oder Härchen verklebt und weisen die Farbe des Gummis auf. Aber nicht mehr die Farbe des papiers. Andere Nachgummierverfahren führen dazu, das diese Härchen oder Fussel ganz verschwinden. Den Effekt der Härschbildung können Sie gerne selber versuchen indem Sie ein Papier durchreißen. Gehen Sie an den Rißstellen mit einem Kleber drüber, sehen Sie, dass der Kleber die Struktur der Härchen verändert. Gleiches geschieht mit den Briefmarken.

Achtung!!!

Leider gibt es Nachgummierer, die mit einer kleinen Nagelfeile diese Ausfransungen herausarbeiten. Nur ein geübtes Auge mit technischem Verstand kann hier den Unterschied feststellen.

Ein letztes Indiz ein kleiner weißer Rand in der Zähnung!

Ob eine Briefmarke nachgummiert ist oder nicht, der letzte Hinweis hierzu befindet sich immer noch an der Zähnung. Bei der Trennung einer Briefmarke vom Bogen oder einer anderen Briefmarke entsteht ein Zerreißbild. Dieses Bild zeigt sich dadurch, dass entlang der Zähnung der Gummi bricht und ein weißer Rand in der halben Zähnung sichtbar wird. Man sieht also nur noch das nackte Papier. Beim Nachgummieren wird zu 90 % einfach drübernachgummiert und diese Stellen sind dann mit Gummi versehen.

Hinweis!!!

Wenn man mehrere nachgummierte Briefmarken in der Hand hatte kann man, wenn man sehr erfahren im Umgang mit Briefmarken ist um die 99 % selber feststellen, ob eine Briefmarke nachgummiert ist oder nicht. Diese Fähigkeit kann abnehmen. Der Grund für die Abnahme der Fähigkeit eine Nachgummierung zu beurteilen ist der: Es gibt immer ausgeklügeltere technische Verfahren Briefmarken nach zu gummieren. Die Beurteilung postfrischer Briefmarken wird schwieriger. Ich beziehe mich hier auf die Spitzen, also die wertvollen Briefmarken. Weniger wertvolle Briefmarken werden mangels Rentabilität nicht nachgummiert oder entfalzt.

Schlussfolgerung:

Für die Beurteilung von Briefmarken benötigt man ob man will oder nicht leider viel Erfahrung. Wie beurteilen wir eine Briefmarke, wo zum Beispiel der Gummi in der echten Produktion mit dem Pinsel per Hand aufgetragen wurde??? Ganz sicher zu finden bei den beiden Olympiablöcken Block 5 und 6 von 1936. Gerade bei den Z- Blöcken oder etwas dickeren Olympiablöcken sieht man sogar die Pinselspur. Oder wie sieht es beim Block 2 aus. Da wurden nur die Briefmarken im Block mit Gummi versehen? Somit kann sich jeder, der die Trickkiste der Nachgummierer kennt durchaus irren. Nobody is perfect. Ein noch so erfahrener Sammler ist kein Prüfer. Und die Werkzeuge der Prüfer sollen enorm teuer sein. Die müssen also einen irren technischen Aufwand betreiben um zum Beispiel organisches Material bei der Prüfung festzustellen. Ob eine Briefmarke entfalzt wurde oder nicht, das kann dann nur ein Prüfer entlarven.

Generell. Sind Sie sich nicht sicher, dann geben Sie ihre Briefmarken zum Prüfer. Sind Sie unsicher, da Sie mehrere Merkmale festgestellt haben - Eine pure Vermutung oder Annahme genügt nicht - dann kontaktieren Sie Ihren Verkäufer. Seriöse Verkäufer werden Ihnen gerne zur Seite stehen und gemeinsam einen Weg mit Ihnen suchen. Sind Sie nicht so erfahren, haben keine persönlichen Kontakte zu Prüfern oder erfahrenen Briefmarkenhändlern, dann kaufen Sie bei teuren Briefmarken am besten nur geprüfte Ware. Es gibt sicherlich auch seriöse Briefmarkenanbieter bei EBAY - Fühlt Euch bitte nicht angesprochen

Ich selber distanziere mich vom Entfalzen und vom nachgummieren. Und ich kann es nicht und willl es nicht. Würde ich es können, dann würde ich es nicht tun. Denn am Ende versaut es den ganzen Briefmarkenmarkt.

Viel Freude am Sammeln und vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit

Ihr belegeprofi


Ratgeber-Nr.: 10000000003609279Ratgeber erstellt am: 19.05.07 (aktualisiert 26.11.11)

 
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