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Defekte bei alten Siemens Gigaset und T-Sinus-Telefonen : eBay-Ratgeber

Schreiben Sie einen Ratgeber Ratgeber von: schwarzesschaf40 ( privat )  Top-1000-Tester
267 von 299 Lesern fanden diesen Ratgeber hilfreich.


Diesen Ratgeber habe ich verfasst, um andere Ebayer über einige der häufigsten Defekte bei den schnurlosen Gigaset-Telefonen der Baureihen 1000, 2000, 3000, 4000, C und S von Siemens sowie den T-Sinus-Geräten der Serien 43, 44, 45, 700, 701 und 702 der Telekom (Hersteller ebenfalls Siemens) zu informieren. Wenn Sie weitere Fehler kennen die hier erwähnt werden sollten können Sie mir übrigens gerne schreiben.

1. Das Mobilteil findet sporadisch oder dauerhaft keine Verbindung zur Basisstation ("Basissuche" blinkt), es knackst oder rauscht heftig während des Gesprächs (Siemens Gigaset 4000, C und S-Serie sowie T-Sinus 700, 701 und 702-Serie)

In diesem Fall ist fast immer die Elektronik der Basisstation defekt, Ursache sind Materialfehler. Eine Reparatur ist nicht möglich.

2. Das Display ist schwarz, teilweise oder ganz ausgefallen oder es erscheint Buchstabensalat (Basistelefone der Gigaset-Serien 1000, 2000, 3000 und 4000 sowie den baugleichen T-Sinus-Serien 43, 44, 45 und 700)

Entweder ist die Anzeige beschädigt oder die Elektronik ist defekt, meistens durch einen Sturz, eingedrungene Flüssigkeit oder Materialfehler. Eine Reparatur ist nur für Fachleute mit Spezialkenntnissen möglich.

3. Der Anrufbeantworter lässt sich nicht mehr einschalten oder leidet unter Gedächtnisverlust (Gigaset 3035, 3075, 4035, 4135, 4175 und SX255 sowie T-Sinus 45AB isdn, 45PA, 710PA, 720PA und 721XA)

Die Elektronik ist defekt, meistens durch Sturz oder Materialfehler. Eine Reparatur ist nicht möglich.

4. Die Akkus des Mobilteils werden nicht geladen (Mobilteile Gigaset 1000, 2000 und 3000 sowie T-Sinus 43, 44 und 45)

Manchmal ist es nur ein Kontaktproblem der Ladeschale oder des Mobilteils, meistens aber Korrosionserscheinung im Mobilteil. In diesem Fall kann ein Fachmann der weiss, wie man das Mobilteil öffnet, versuchen die Ladekontakte zu reinigen.

5. "Lahme" oder schwergängige Tasten am Mobilteil (fast alle Baureihen)

Ursache sind Abnutzung oder Schmutz. In diesem Fall kann ein Fachmann der weiss, wie man das Mobilteil öffnet, die empfindlichen Kontakte reinigen. Auf gar keinen Fall Waschbenzin oder ähnliche scharfe Schweinereien verwenden, besser Isopropanol aus der Apotheke oder Tuner-Spray!

6. Mobilteil geht nicht mehr an (alle Baureihen)

Häufig sind korrodierte Batteriekontakte durch ausgelaufene Akkus, ein Sturz oder Wassereinwirkung die Ursache. Wenn das Reinigen der Kontakte nicht hilft ist eine Reparatur nur noch durch den Fachmann möglich.

7. Display oder Teilsegmente sind ausgefallen (Mobilteile Gigaset 1000S, 2000S, 3000 Classic sowie Sinus 43S, 44S und 45S)

Ursache ist ein Materialfehler. Reparatur nicht möglich.

8. Mobilteil schaltet sich von selbst aus obwohl die Anzeige volle Akkuladung zeigt (fast alle Baureihen)

Der Akku hat keine Kapazität mehr und sollte ersetzt werden. Beim Gigaset 4000 Micro und Sinus 700M sollten NUR die dafür vorgesehenen NiMH-Akkus verwendet werden weil andere Akkutypen, insbesondere die billigeren aber baugleichen Li-Ionen-Akkus für Handys, unter Umständen nicht richtig geladen werden. Beim Gigaset 1000 bzw. T-Sinus 43 dürfen nur NiCd-Akkus eingesetzt werden. Auf gar keinen Fall normale Batterien einlegen, da diese beim Laden zerstört werden können und dabei das Telefon beschädigen können.

9. Augen auf beim Gebrauchtkauf!

Einige Verkäufer nehmen es bei der Beschreibung nicht so genau und verschweigen auch mal den einen oder anderen Defekt oder es wird behauptet, dass man den Fehler selber beheben kann, was aber nach meiner Erfahrung eher selten möglich ist. Im Zweifelsfall also lieber vorher nachfragen, ob ein Defekt vorliegt und Vorsicht bei Aussagen wie "Kein Problem für einen Bastler" oder "Der Fehler trat bei mir nur ganz selten auf", besonders wenn der Verkäufer eine Garantie oder Haftung ausschliesst!

Oft werden auch Geräte angeboten die ohne irgendwelche Kenntnisse geöffnet wurden, was dann bestenfalls mit einem beschädigten und unansehnlichen Gehäuse endet. Leider wird dabei aber manchmal auch gleich noch die hochempfindliche Elektronik beschädigt. Bei solchen Angeboten sollte man davon ausgehen dass es sich um teuren Elektroschrott handelt (der dann übrigens nicht in der heimischen Mülltonne entsorgt werden sollte)!

Von den häufig angebotenen "Reparatur"-Anleitungen (besser wäre der Begriff "Reinigungsanleitung") sollte man übrigens auch keine Wunder erwarten: Ausser Tips zum Öffnen der Mobilteile und Reinigen der Kontakte findet man keine Hinweise zur Behebung eines echten Defekts. Und die meisten dieser Tips findet man auch kostenlos in entsprechenden Foren oder Homepages.

Zum Abschluss möchte ich aber anmerken, dass ich diese älteren Gigaset- und T-Sinus-Geräte trotz den beschriebenen Problemen jedem empfehlen kann, da es sich noch um sehr robuste Geräte handelt und sie ausserdem eine gute Sprachqualität haben, was man von fernöstlichen Billiggeräten nicht unbedingt erwarten kann. Leider spart aber auch der Hersteller immer mehr auf Kosten der Qualität so dass diese Liste bestimmt bald erweitert werden muss ...

Lötende Grüsse von Tom

 

Hier noch eine kleine Anekdote zum Schluss: Ein Verkäufer strich kürzlich meine Gebote auf sein angeblich "einwandfreies" Telefon mit der Begründung, dass ihm dieser Ratgeber unsympathisch sei ... anscheinend hat ihn dieser Ratgeber dabei gestört als er seinen teuren Schrott ahnungslosen Opfern unterjubeln wollte! Ich betrachte das als Lob für meinen Ratgeber und hoffe, dass ich solchen Zeitgenossen noch oft ins Handwerk pfuschen kann ...


Ratgeber-Nr.: 10000000004642299Ratgeber erstellt am: 08.11.07 (aktualisiert 08.02.12)

 
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