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Die Legende von -Ohne Obligo- + -leider keine Rückgabe- : eBay-Ratgeber

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Ratgeber wurde 22900 Mal aufgerufen Schlagwörter: Briefmarken | signiert | postfrisch | Philatelie | Sicherheit


Wie können Sie nicht mehr hereinfallen?

Bei welchen Angebotsformulierungen sollten die Lampen angehen?

Wie vermeiden Sie den Kauf von Fälschungen?

Wir betreiben seit über 14 Jahren einen erfolgreichen Handel mit Briefmarken und Münzen auf eBay. Die positiven Erfahrungen und Ereignisse überwiegen hier in überwältigender Weise! Neben dem Handel erfüllen wir zunehmend die Dienstleistung in Form von Beratungen, die zum großen Teil auch fragwürdige Artikel anderer Artikel sowohl auf eBay als auch andernorts betreffen. Leider erreichen uns diesbezügliche Anfragen oftmals zu spät, d.h. der Handel ist vollzogen, es gibt einen Geschädigten und leider kein zurück mehr.

Das 1. Phila-Gebot:

Du sollst nicht kaufen wo steht: ohne Obligo, keine Rückgabe und ähnliches!

Ca. 90% der Begrifflichkeit "Ohne Obligo" bei eBay erstreckt sich auf die Briefmarkenartikel. Damit soll bei höherwertigen Artikel oftmals zum Ausdruck gebracht werden, das keine Echtheitsgarantie abgegeben werden kann. Die Ausdrucksweise "Ohne Obligo" erübrigt sich im Zusammenhang von Briefmarken im Zeitalter vom Bund Philatelistischer Prüfer e.V., - kurz BPP und anderen Experten.Denn es läßt sich fast immer die Authenzität von professioneller Seite sehr schnell feststellen. Prüfen Sie einmal die im rechten Fenster angezeigten "Ohne-Obligo"-Objekte bei eBay. Alles klar?

 

Das 2. Phila-Gebot:

Du sollst nicht Sammlungen kaufen wo Artikelbeschreibungen hochwertige Briefmarken zeigen und wo sinngemäß steht "alles falsch,...ohne jegliche Garantie"

Beispiel: Eine Sammlung wird offeriert. Abgbilet sind die Blue-Chips der Deutschen Philatelie: Nothilfe-Block gestempelt, Bayern-Einser, Sachsen-Dreier, ungestempelte Kaiserreich-Ausgaben, ungestempelte Zeppelinmarken teils aus Bogenecken, die ersten Schweizer Marken: Basler-Täubchen, Zürich etc. Das sieht doch traumhaft aus! Neben weiteren Stücken in einer Sammlung! Ab € 1.-! Die Versuchung ist groß! Aber alle Stücke sind einfache Nachdrucke, die Sie auch auf Ihren Farbdrucker preiswerter haben können!

Oder: der Verkäufer notiert neben den Abbildungen edler und hochwertiger Phila-Kostbarkeiten folgenden Hinweis:

Da alle Marken, Briefe, Karten und Blöcke ungeprüft sind, gehen wir sicherheitshalber grundsätzlich davon aus, dass es sich um Nachdrucke etc. handelt. Als Vergleichswerte oder als optische Aufwertung jederzeit geeignet.

Wir gehen in einem solchen Fall sicherheitshalber und grundsätzlich davon aus, dass es klar sein sollte, was hier zum Verkauf ansteht!

Das 3. Phila-Gebot:

Du sollst nicht kaufen einen Block 2 des Deutschen Reiches postfrisch, der auch zusätzlich auf den Marken signiert ist!

Denn dieser Block ist garantiert nicht postfrisch, sondern ungebraucht! Die Signiertechnik dieses Blocks in postfrischer Erhaltung sieht vor, dass lediglich der Blockrand (also nicht die Marken) mit dem Prüfzeichen signiert werden. Ungebrauchte, meist ehemals gefalzte Nothilfe-Blocks werden neben dem Blockrand auch auf den 4 Marken im Herzstück signiert, sind also nicht als postfrisch (mit zwei **) zu bezeichnen. Der Preisunterschied ist gerade bei diesem Stück zwischen ungebraucht und postfrisch extrem.

Das 4. Phila-Gebot:

Du sollst nicht glauben das Herr H. P. Z. noch Mitglied im Bund Philatelistischer Prüfer (BPP) ist!

Einige wenige, vielfach auch höherwertige Briefmarken tragen das Prüfzeichen Z.... Der gute Herr ist ein freier Prüfer, so wie es täglich etwa 3734 Sammler tun, die Ihre Briefmarken "prüfen", um sie zu begutachten. Der Zusatz HBP bei Herrn Z... im Prüfstempel wurde fälschlicherweise von einem Kollegen als "Hungriger Bundes-Prüfer" bezeichnet. Diese Abkürzung kann nicht zutreffend sein! Zutreffend ist jedoch meine Empfehlung "Z...-geprüfte" Marken, die als postfrische Stücke angepriesen werden, erneut einer Prüfung bei einem BPP-Kollegen zu unterzieren!

Das 5. Phila-Gebot:

Du sollst parallel zum Erwerb von Briefmarken auch in Fachliteratur investieren! Gezielt und regelmäßig!

Sie kaufen regelmäßig Briefmarken und andere artverwandte Objekte sowohl auf eBay, als auch anderweitig im Handel beim Partner Ihres Vertrauens. Ich kann Sie nur ermuntern auch entsprechende Fachliteratur zu erwerben. Sie bilden sich weiter, denn: Wisen ist Macht! Macht in Form von Sicherheit und die Chance auch dann gelegentlich preiswert ein seltenes und echtes Stück zu erwerben.

Bei eBay finden Sie stets philatelistische Fachliteratur: ob neu erschiene Bücher oder auch seltene begehrte antiquarische Literatur. Die Investition in antiquarische Literatur lohnt meist doppelt: einmal fachlich und oftmals dann zusätzlich beim späteren Weiterverkauf.

Das 6. Phila-Gebot:

Du sollst immer mal wieder auf Verbandsmitgliedschaft(en) der Verkäufer achten!

Viele Verkäufer, sei es "Privat" oder "professionelle Händler", sind Mitglied in nationalen oder internationalen Verbänden. Dies sind z.B. BdPh (Bund Deutscher Philatelisten), APHV (Allgemeiner Postwertzeichen Händlerverband), BDB (Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer), ZPVW (Zentraler Philatelistischer Vermittlungs- und Warndienst), GPS (German Philatelic Society), sowie sehr viele Arbeitsgemeinschaften etc..

Die Mitgliedschaft in diesen Verbänden ist sicherlich nicht der absolute Garant für eine vorbildliche Seriosität, sicher ist jedoch, dass Sie für den Fall einer Schlichtung die jeweiligen Verbandsorgane bzw. Geschäftsstellen heranziehen können. Suchen Sie einmal bei Ihrem Briefmarkeneinkauf zusätzlich in der Volltextsuche nach den oben aufgeführten Verbandskürzel, wie -BdPh- oder -APHV-. Sie werden fündig! 

Das 7. Phila-Gebot:

Du sollst Atteste nach Herkunft, Datum und Inhalt prüfen und vergleichen!

Höherwertige philatelistische Stücke, seien es Briefmarken, Blocks, Karten oder Briefe werden von Prüfern des Bund Philatelistischer Prüfer e.V. (BPP e.V.) signiert oder auch im separtem so genannten Fotoattest, Befund oder Kurzbefund als echt bestätigt. Diese Dokumente enthalten neben einer Prüferaussage eine Abbildung des Prüfgegenstandes. Die Abbildungen sind zum Schutz vor manipulationen durch ein Prägesiegel des Prüfers gesichert. Und jetzt bitte aufpassen:

1. Überprüfen Sie den Attest/Befund-Aussteller: handelt es sich um ein Mitglied des BPP e.V.?

2. Von wann datiert das Attest/Befund? Bei älteren Attesten ist eine Nachprüfung ratsam!

3. Atteste/Befunde von so genannten "Freien Prüfern" oder Feierabend-Sachverständigen sollte Abstand genommen werden!

4. Vergleichen Sie des weiteren die Abbildungen auf dem Attest mit dem attestierten Stück. Bei der Abbildung muss es sich um das Prüfstück handeln! Zur Orientierung dienen bei gestempelten Stücken markante Stempelpositionen; bei postfrischen Stücken kann die Zähnungscharakteristik und/oder die Zentrierung als Identifizierung dienen. Bei postfrischen Blocks ist es oftmals schwerer, aber bei exakter Arbeitsweise fast immer möglich.

5. Eine Attest/Befundkopie sollte grundsätzlich nicht akzeptiert werden!

Das 8. Phila-Gebot:

Du solltest dem Verkäufer der Objekte Deiner Begierde vorher alle Fragen stellen!

Da gelangen Sie beim Blättern durch die eBay-Briefmarkenkategorien zu einem unwiderstehlichem Angebot: eine selte Marke, ein schöne Abbildung und eine Beschreibung die vielleicht etwas knapp ist. Ihnen fehlt noch dieses Stück! Und dann dieser Preis! Fantastisch! Wirklich? Prüfen Sie anhand der vom Verkäufer bereit gestellten Angaben (Text und Bild), ob es sich zweifelsfrei um das besondere Stück handelt. Mit der Funktion "Frage an den Verkäufer stellen" gehen Sie auf Nummer sicher. Dabei werden Sie auch ganz schnell feststellen, ob der Verkäufer Ihnen umgehend, freundlich und kompetent antwortet. Können Sie mangels Antwort keine schnelle Feststellung treffen, dann könnte dies auch eine Antwort sein!

Das 9. Phila-Gebot:

Du kannst davon ausgehen, dass die Artikelbeschreibung "nicht geprüft.  Es werden alle Marken, die nicht geprüft sind, als Fälschungen verkauft"

...mit Sicherheit bunte Papierschnipsel aus moderner Kopierproduktion sind bzw. verfälschte Stücke sind. Da könnten Sie gleich die Fälschungsabbildungen dieser Verkäufer ausdrucken und in das Album fügen.

Das 10. Phila-Gebot:

Artikelbeschreibungen mit Abbildungen, die unscharfe Fotos, kleine Fotos oder Fotos beinhalten die mit dem Hinweis ausgestattet sind "Artikel ähnlich" bergen mehr Risiko als Chance!

In Zeiten von hochauflösenden Kameras und Scannern stecken in schlechten Abbildungen gelegentlich böse Absichten. Werden dann auch Hinweise wie "geprüft" abgegeben und es sind keine Abbildungen der Rückseiten enthalten sollte flux die konkrete "Frage an dern Verkäufer" gerichtet werden.

Das 11. Phila-Gebot:

Nach 10 Geboten gibt es auch ein "leider", - nämlich Ärger und Neider!

Wenn fast 5% der für diesen eBay-Ratgeber abgegebenen Meinungen "nicht hilfreich fanden", dann könnte man sich fragen wer so etwas tut. Ohne es zu vermuten wissen wir es teilweise: Personen und Verkäufer, deren Masche wir hier beschrieben haben, bewerten voller Zorn mit "Nein". Das empfinden wir dann als besonderes Kompliment!

Als Vater eines Sohnes weiß ich es zu gut: Fehler die Du nicht selber machst sind weniger oder auch kaum lehrreich! Doch mus ich unseren Filius bitten seine Hände auf die heiße Herdplatte zu legen oder reicht es aus, wenn ich ihn bildhaft über den Schmerz bei Mißachtung meiner "Predigt" aufkläre?

Ihr Torsten Hornung & atp50-Team!


Ratgeber-Nr.: 10000000000714199Ratgeber erstellt am: 28.01.06 (aktualisiert 08.02.12)

 
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