Bei Betrachtung der Restprofiltiefe in % als mögliche Lebensdauer sollten Sie nur, die noch gesetzlich nutzbare Restprofiltiefe betrachten. Da sich mit zunehmendem Reifenverschleiß auch der Abrollumfang verkürzt, soll der daraus resultiere zusätzliche Mehrverschleiß erwähnt aber hier vernachlässigt werden.
Neureifen haben meist über 8mm Profiltiefe. Die gesetzlich vorgeschriebene mindest Restprofiltiefe am Reifen beträgt 1,6mm. Die nutzbare Profiltiefe beträgt also 8mm-1,6mm=>6,4mm, d.h. 6,4mm sind somit 100% Nutzungsdauer. Viele % Angaben zur Restprofiltiefe werden Ihnen aber von 8mm=100% aus berechnet. Bei abgefahrenen Reifen schönt dieses deutlich die prozentualen Zahlenwerte.
Je nach Betrachtungsweise ergeben sich für 4mm Restprofiltiefe reale 37% bzw. euphemistische 50%.
Die Restprofiltiefe sollte deshalb immer in mm betrachtet werden. Je nach Fahrweise und Fabrikat können mit Sommerreifen 5500Km bis 8000Km oder mehr km mit je 1mm Profiltiefenverschleiß erreicht werden. Der Ausschreibungstext bei gebrauchten Reifen sollte deshalb stimmig, auf Restprofil und gefahrener Kilometerleistung genau geprüft werden. Wichtig ist es auch zu wissen wie alt die Reifen sind. Verschweigt der Anbieter das Reifenalter gemäß DOT, so ist größte Vorsicht angebracht. Ältere Reifen sind zwar verschleißfester neigen aber bei Feuchtigkeit schneller zum rutschen und durchrehen. Wichtig zu wissen zum Herbst- bis Frühlingsanfang. Bei älteren Reifen sollte die genutzte Höchstgeschwindigkeit weniger als 80% des Geschwindigkeitsindex betragen. Anhänger: Bitte beachten Sie, das bei der HU/TÜV, Reifen für Anhänger mit 100KM/h Freigabe, weniger als 6 Jahre alt seien müssen. Ansonsten wegen zu alter Reifen keine Plakette!
Beim Winterreifen, besteht das Profil meist aus 2verschiedenen Gummilagen.Die äußere Lage, 4 bis 5mm dick, ist die weichere, tief-lamellierte Wintergummimischung sie liegt meist auf einer härteren, bis 4mm starken Block-Stabilisierungsmischung. Bei einer reinen Wintermischung würde das Fahrverhalten in Kurven als schwammig empfunden. Je nach Motorleistung, Antriebsart, Fahrweise und Reifenfabrikat können 1500km bis 3000km oder mehr mit je 1mm Profiltiefenverschleiß erreicht werden. Winterreifen mit weniger als 4mm Profiltiefe greifen im Schnee und Schneematsch oft deutlich schlechter. Das hat auch zur Folge, daß in manchen Ländern der Gebrauch von Winterreifen mit weniger als 4mm Profiltiefe nicht erlaubt ist. Wichtig für den Winterurlaub, teilweise werden in manchen Urlaubsländern drakonische Geldstrafen sofort eingezogen. Außerdem kann Ihnen auferlegt werden, das Sie im Urlaubsland sofort neue Winterreifen aufziehen müssen.
Felgenbreite. Aus Kostengründen werden oft zu schmale Felgen für zu breite Reifen gekauft. Die beim PKW-Reifen gerundete Flächenbreite wird auch Bombage genannt. Sie ist der durch die Felgenbreite erzwungene Krümmungsradius. Je breiter der zulässige Reifen auf der zulässigen schmalen Felge ist, umso mehr wird er über den Krümmungsradius vorzeitig mittig ablaufen. Zum Schutz der Felgenhorne bei breiten Alufelgen können Reifen mit Felgenschutzleiste G1 bzw. Felgenschutzrippe MFS aufgezogen werden.
Je breiter die zulässige Felge mit dem zulässigen schmalen Reifen ist umso mehr Reifenlatsch wird auf der Straße mit gleichverteilter Pressung aufliegen. Nach meinen Erfahrungen hamonieren Reifen 195/65-R15 am besten auf 7-Zoll breiten Felgen. Breitreifen verbrauchen oft deutlich mehr Antriebsleistung d.h. Kraftstoff. Siehe dazu auch den ÖAMTC Spezial-Sommereifentest 2007. Anstelle von überbreiten Reifen kann über die Felgenauswahl mit der kleinsten zulässigen Einpresstiefe auch die Spur verbreitert werden. Dazu müssen die Angaben des Felgenherstellers und die Auflagen zur mindest Reifenbreite genau geprüft werden.
Die mögliche Lebensdauer der Reifen ist auch direkt vom vorgeschriebenen Luftdruck abhängig. Der Reifen-Luftdruck sollte mindestens 14tägig und besonders vor Langstrecken geprüft werden. Besonders im Winter ist der Druck im Reifen zu prüfen. Werden, wenn es sehr kalt ist 2 Bar aufgepumpt, können diese bei mildem Wetter bis 2,8bar und mehr ansteigen. Analog gilt dieses für 2bar bei mildem Wetter und wechsel mit plötzlichen Kälteeinbruch. Dann kann wenn es sehr kalt ist der Druck im Reifen deutlich unter 2bar abfallen. Also in der kalten Jahreszeit öfters den Reifendruck prüfen und die Wettervorschau beachten.
Gute Fahrt mit genügend Druck.
Ich weise darauf hin, dass dieser Ratgeber meine persönlichen Erfahrungen wiedergibt und schließe nicht aus, dass es vielleicht Marken auf dem Markt gibt, bei denen die Qualität höher einzustufen ist.
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