Hier möchte ich werdenden Mehrlingseltern oder zukünftigen Nutzern von Geschwisterwagen meine Erfahrungen mit den Wagen von Inglesina und Marco schildern und noch freundliche Alternativen ins Spiel bringen, aber lest selbst:
Als Mutter von 6 Kindern, darunter einmal Zwillinge und einmal mit kürzerem Abstand von 1 1/2 Jahren, habe ich jede Menge verschiedener Kinderwagen testen müssen!
Leider habe ich nicht nur gute Erfahrungen machen können. Es gibt aber für jedes Modell ein Für und Wider und oft hängt es auch nur an den Ansprüchen des Nutzers, ob er zufrieden ist oder nicht.
Als ich die Zwillinge bekam, hatte ich großes Glück. Ich traf beim Kinderarzt eine Zwillingsmutter, die genau das Modell an Kinderwagen fuhr, das ich mir eigentlich anschaffen wollte (Peg Perego nebeneinander). Nachdem sie mich ausgiebig über alle (und das war überwiegend) Nachteile aufgeklärt hatte, entschied ich mich für einen anderen Anbieter: INGLESINA!
Das war ein toller Wagen mit fast unbegrenzten Möglichkeiten: Hintereinander, Blickrichtung beliebig, nebeneinander mit beliebiger Blickrichtung, für 1-4 Kinder nutzbar, als EINZELWAGEN, ZWILLINGSWAGEN ODER GESCHWISTERWAGEN!
Er besteht aus dem Fahrgestell, das wie ein normales Einzel-Fahrgestell gearbeitet ist, nur minimal breiter und solider. Man hat nun die Möglichkeit, einen Aufsatz anzubringen. Dieser schafft die notwenige Breite für den Transport nebeneinander. Auf diesen Adapter kann man nun die Sitze oder Taschen entweder mit Blick zur Mutter oder in Fahrtrichtung montieren. Dies geht flott. Will man lieber einen schmalen Wagen, montiert man die Sitze einfach auf das Grundgestell, Richtung beliebig. Das heißt, die Kinder sitzen entweder hintereinander oder so, dass sie sich anschauen können, also gegenüber.
Da ein Doppelwagen natürlich schwerer ist als ein Einzelgefährt, kann man prima zusätzliches Gewicht sparen, indem man in die Sportwagenaufsätze dicke Fußsäcke legt und sich die Taschen spart. So habe ich es gehandhabt und wir sind super damit gefahren. Unten ist ein Gitter-Korb angebracht. Dieser ist nicht besonders groß, aber er reicht schon aus. Man kann zusätzlich ein Netz am Lenker befestigen. Alle Stoffbezüge sind waschbar. Die Verdecke abnehmbar.
Das Praktische an dem Wagen ist, dass man ihn wirklich beliebig einsetzen kann. Ist man z.B. nur mit einem Kind unterwegs, kein Problem, dann montiert man halt nur einen Aufsatz. Kommt noch Nachwuchs dazu, auch kein Problem: Man kann ihn bis auf 4 Sitze erweitern. Der Dreier ist also kein Problem.
Der Wagen ist top gefedert. Ich hatte ihn mit harten großenVollgummirädern und Speichen und er fuhr auf wirklich jedem Grund einwandfrei! Er ist sicher teuer in der Anschaffung, dafür aber lange nutzbar und hat auch einen hohen Wiederverkaufswert. Ich habe ihn bis zum Kindergarteneintritt genutzt, was man normalerweise ja nicht gerne tut und schnell auf einen Buggy ausweicht. Die Kinder hatten immer genug Platz, Beinfreiheit und konnten in allen Sitz- und Liegepositionen bequem und sicher gefahren werden, egal wie alt, schwer und wild sie waren.
Im Gegensatz zu meiner Begeisterung für Inglesina ärgere ich mich heute laufend über mein Tandem von MARCO.
Achtung: Das MARCO TANDEM ist kein ZWILLINGSWAGEN! Es ist ein reiner GESCHWISTERWAGEN!
Er ist sehr wendig (kleiner Radius) und hat ein tolles großes Einkaufsnetz unten.
Dies sind aber die einzigen Vorteile. Ansonsten ist er meiner Meinung nach wenig kindgerecht und mütterfreundlich gearbeitet.
Das fängt mit dem hinteren Sitz an. Sicher kann man sich eine Babytasche sparen, da bereits sowas wie eine Klappe angebracht ist. Mit Fußsack allerdings und wachsenden Bedürfnissen, stößt das Kind bald an seine Grenzen und liegt dort wenig bequem, dafür aber recht zugig. Die Klappenlaschen sind zudem auch fest, so dass man sie nicht abmachen kann, wenn man zusätzlichen Platz braucht. Sie hängen schließlich lose runter und blockieren dann die Füßchen, wenn das Kind dann sitzen kann. Für die Füße des hinteren Kindes ist sowieso kaum Platz. Also wenn der Hintere sitzen möchte, sitzt er ziemlich beengt und eingeklemmt.
Vorne ist es auch kaum besser. Das größere Kind sitzt nur so lange einigermaßen, wie es klein und schmal ist. Die Füße können nicht hoch gelegt werden, da es keine verstellbare Fußstütze gibt, sondern nur ein festes Trittbrett (hinten gilt das Gleiche, nur ohne Trittbrett).
Das Verdeck vorn ist klein bemessen und schützt kaum vor Wind oder Sonne, außerdem kann man es nur wenig verstellen. Je nach Position des vorderen Verdecks scheint dem hinteren Kind dann die Sonne voll ins Gesicht, denn zusätzliche Sonnenschirme kann man aufgrund der Bauweise nicht anbringen.
Das hintere Verdeck ist größer und hat ein Sichtfenster, das mit einer Stoffklappe abgedeckt wird. Leider ist der Wagen sehr fluderig und die schlecht gepolstert, es ist mehr dünn gepolsterte Pappe als bequemes Sitzpolster. Daran ändern auch die anklettbaren Auflagen nicht viel. Vielmehr habe ich mir durch die Klettkästchen ordentlich Fäden an den Gurtpolstern gezogen, als sie mal versehntlich dran haften blieben.
Der Wagen hat 5-Punkt-Gurte, die aber auch erforderlich sind, allein um eine gewisse Sicherheit beim Transport zu gewährleisten, denn der Wagen hat nicht die Stabilität eines Inglesina. Beim Be- und Entladen muss man unbedingt auf die Reihenfolge achten, und zwar zuerst hinten rein, zuletzt hinten raus, damit er nicht kippt. Das war übrigens beim Inglesina egal.
Mein vorderes Kind wiegt z.Z. ca. 13 kg und ich muss es ständig zum Stillsitzen anhalten, da jede Bewegung das Schieben erschwert und den Wagen instabiler macht. Problematisch ist oft das Ankippen an den Bürgersteigen. Ich warte jedesmal darauf, dass er gleich zusammenbricht.
Fährt man nur mit dem hinteren Kind, ist der Wagen federleicht und prima zu schieben. Dafür sieht es doof aus und man wird gerne blöd angeguckt. Aber was soll man machen, wenn das andere Kind z.B. in die Kita geht? Will man nur mit dem größeren Kind fahren, hat man ein richtiges Problem, weil das aus physikalischen Gründen nicht geht. Das bedeutet, dass man eigentlich noch 2 weitere Wagen braucht: Nämlich einen Einzelwagen für das Kleinere und einen Buggy für das Größere.
Besonders schlimm und unhandlich finde ich das Verstellen der Sitzpositionen an beiden Sitzen. Dies ist über jeweils einen Gurt mit Schnappverschluß möglich. Das bedeutet, man braucht 2 Hände und das Kind sollte entweder nicht im Wagen sitzen oder liegen oder aber Jemand ist dabei, der hilft. Sehr unpraktisch, da man nicht mal eben das Kleinere in eine andere Position legen kann, wie bei anderen Wagen. Außerdem gint es nur wenige Einstellungsmöglichkeiten der Sitz- bzw. Liegepositionen. Die Stoffbezüge sind grundsätzlich am Wagen fest angenietet und somit nicht maschinenwaschbar.
Man muss das ganze Gerät in die Badewanne setzen, wenn man es sauber machen möchte. Das ist nicht klug durchdacht, da es doch öfter zu kleinen Malheuren kommt und man nicht mit einem schmutzigen Wagen durch die Stadt fahren möchte (meiner ist hellgrau, da sieht man wirklich jeden Fleck ganz toll...) Hinten hat der Wagen 2 einzelne kleinere Buggyräder, die nach geraumer Zeit die Grätsche machen, da sie die Gewichtsbelastung nicht aushalten (da nützt einem also auch das große Einkaufsnetz wenig) und eine durchgängige Bremse. Dafür ist der Wagen halt auch um ein Vielfaches billiger als z.B. der Inglesina, kann aber nach einer durchschnittlichen Nutzung auch kaum noch weiterverkauft werden.
Eine Überlegung wert, ist es auf jeden Fall: Brauche ich tatsächlich einen Doppeldecker oder mache ich viel mit dem Auto? Für diesen Fall kann man nämlich prima auf Plan B ausweichen, nämlich die Anschaffung eines soliden und bequemen Einzelwagen wie z. B. von Teutonia oder Hartan und einem ERGO Babycarrier. Damit ist man mobil, die Kinder sind gut aufgehoben und man kann später ein Kiddy- oder Buggyboard am Wagen montieren und so für beide Kinder nutzen. Braucht man irgendwann nur noch einen Buggy, bietet sich der Peg Perego Pliko mit seinem Geschwistertrittbrett an.
Beim Kauf ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass der Wagen stabil verarbeitet ist, dabei sollte er so leicht wie möglich sein. Räder und Achsen müssen viel aushalten können und auch die Bedienerfreundlichkeit sollte gegeben sein. Einhandbedienung, gute Federung, ein großes funktionelles Verdeck und eine breite bequeme Sitzfläche und Polsterung sind wichtiger als ein schickes Design (helle Farben, viele Flecken). Außerdem sollte der Wagen auch bei maximaler Beladung gut zu lenken sein. Da Väter und Mütter oft verschieden lang sind, ist auch der höhenverstellbare Schieber nicht zu vergessen. Kann man die Fahrtrichtung wechseln, ist das praktisch, aber kann ich trotzdem die Bremse bedienen? Wasserabweisende Stoffbezüge? Ist ein Sonnenschutz anbringbar? Kann man die Stoffteile alle waschen oder sind sie am Gestell vernäht?
Ob man eine feste Tasche nimmt, eine Softtragetasche oder einen dicken Fußsack auf den Sportwagenaufsatz legt, ist eine Frage des Geschmacks und des Bedarfs. Eine feste Tasche nützt nur etwas, wenn sie nicht am Gestell montiert werden muss, sondern einfach auf die flache Liegefläche des Sportwagens draufgesetzt wird (wie z.B. bei einigen Teutonia-Modellen). Ansonsten fuddelt man sicher nicht jedesmal am Kinderwagen rum. Dass man Softtragetaschen hinterher ohne Brett als Fußsack nutzt, halte ich ebenfalls für ein Gerücht, da sie anders verarbeitet sind als gängige Fußsäcke und somit nicht den gleichen Komfort bieten.
Kauft man ein Komplettpaket oder bekommt alles geschenkt, ist es sicher egal, stellt man alles einzeln zusammen und bezahlt auch selber, kann man sich überlegen, was tatsächlich sinnvoll ist und im Alltag weiterhilft.
Für Zwillingswagen oder die Geschwistervarianten empfehle ich auf jeden Fall das Hintereinandersitzen, da die breiten Modelle oft nicht in Aufzüge passen und unhandlich zu schieben und zu lenken sind. Sitzen die Kinder hintereinander, kommt man in der Regel sogar noch durch die wirklich engen Gänge bei Schlecker oder in den Bus.
Als Mutter von 6 Kindern, darunter einmal Zwillinge und einmal mit kürzerem Abstand von 1 1/2 Jahren, habe ich jede Menge verschiedener Kinderwagen testen müssen!
Leider habe ich nicht nur gute Erfahrungen machen können. Es gibt aber für jedes Modell ein Für und Wider und oft hängt es auch nur an den Ansprüchen des Nutzers, ob er zufrieden ist oder nicht.
Als ich die Zwillinge bekam, hatte ich großes Glück. Ich traf beim Kinderarzt eine Zwillingsmutter, die genau das Modell an Kinderwagen fuhr, das ich mir eigentlich anschaffen wollte (Peg Perego nebeneinander). Nachdem sie mich ausgiebig über alle (und das war überwiegend) Nachteile aufgeklärt hatte, entschied ich mich für einen anderen Anbieter: INGLESINA!
Das war ein toller Wagen mit fast unbegrenzten Möglichkeiten: Hintereinander, Blickrichtung beliebig, nebeneinander mit beliebiger Blickrichtung, für 1-4 Kinder nutzbar, als EINZELWAGEN, ZWILLINGSWAGEN ODER GESCHWISTERWAGEN!
Er besteht aus dem Fahrgestell, das wie ein normales Einzel-Fahrgestell gearbeitet ist, nur minimal breiter und solider. Man hat nun die Möglichkeit, einen Aufsatz anzubringen. Dieser schafft die notwenige Breite für den Transport nebeneinander. Auf diesen Adapter kann man nun die Sitze oder Taschen entweder mit Blick zur Mutter oder in Fahrtrichtung montieren. Dies geht flott. Will man lieber einen schmalen Wagen, montiert man die Sitze einfach auf das Grundgestell, Richtung beliebig. Das heißt, die Kinder sitzen entweder hintereinander oder so, dass sie sich anschauen können, also gegenüber.
Da ein Doppelwagen natürlich schwerer ist als ein Einzelgefährt, kann man prima zusätzliches Gewicht sparen, indem man in die Sportwagenaufsätze dicke Fußsäcke legt und sich die Taschen spart. So habe ich es gehandhabt und wir sind super damit gefahren. Unten ist ein Gitter-Korb angebracht. Dieser ist nicht besonders groß, aber er reicht schon aus. Man kann zusätzlich ein Netz am Lenker befestigen. Alle Stoffbezüge sind waschbar. Die Verdecke abnehmbar.
Das Praktische an dem Wagen ist, dass man ihn wirklich beliebig einsetzen kann. Ist man z.B. nur mit einem Kind unterwegs, kein Problem, dann montiert man halt nur einen Aufsatz. Kommt noch Nachwuchs dazu, auch kein Problem: Man kann ihn bis auf 4 Sitze erweitern. Der Dreier ist also kein Problem.
Der Wagen ist top gefedert. Ich hatte ihn mit harten großenVollgummirädern und Speichen und er fuhr auf wirklich jedem Grund einwandfrei! Er ist sicher teuer in der Anschaffung, dafür aber lange nutzbar und hat auch einen hohen Wiederverkaufswert. Ich habe ihn bis zum Kindergarteneintritt genutzt, was man normalerweise ja nicht gerne tut und schnell auf einen Buggy ausweicht. Die Kinder hatten immer genug Platz, Beinfreiheit und konnten in allen Sitz- und Liegepositionen bequem und sicher gefahren werden, egal wie alt, schwer und wild sie waren.
Im Gegensatz zu meiner Begeisterung für Inglesina ärgere ich mich heute laufend über mein Tandem von MARCO.
Achtung: Das MARCO TANDEM ist kein ZWILLINGSWAGEN! Es ist ein reiner GESCHWISTERWAGEN!
Er ist sehr wendig (kleiner Radius) und hat ein tolles großes Einkaufsnetz unten.
Dies sind aber die einzigen Vorteile. Ansonsten ist er meiner Meinung nach wenig kindgerecht und mütterfreundlich gearbeitet.
Das fängt mit dem hinteren Sitz an. Sicher kann man sich eine Babytasche sparen, da bereits sowas wie eine Klappe angebracht ist. Mit Fußsack allerdings und wachsenden Bedürfnissen, stößt das Kind bald an seine Grenzen und liegt dort wenig bequem, dafür aber recht zugig. Die Klappenlaschen sind zudem auch fest, so dass man sie nicht abmachen kann, wenn man zusätzlichen Platz braucht. Sie hängen schließlich lose runter und blockieren dann die Füßchen, wenn das Kind dann sitzen kann. Für die Füße des hinteren Kindes ist sowieso kaum Platz. Also wenn der Hintere sitzen möchte, sitzt er ziemlich beengt und eingeklemmt.
Vorne ist es auch kaum besser. Das größere Kind sitzt nur so lange einigermaßen, wie es klein und schmal ist. Die Füße können nicht hoch gelegt werden, da es keine verstellbare Fußstütze gibt, sondern nur ein festes Trittbrett (hinten gilt das Gleiche, nur ohne Trittbrett).
Das Verdeck vorn ist klein bemessen und schützt kaum vor Wind oder Sonne, außerdem kann man es nur wenig verstellen. Je nach Position des vorderen Verdecks scheint dem hinteren Kind dann die Sonne voll ins Gesicht, denn zusätzliche Sonnenschirme kann man aufgrund der Bauweise nicht anbringen.
Das hintere Verdeck ist größer und hat ein Sichtfenster, das mit einer Stoffklappe abgedeckt wird. Leider ist der Wagen sehr fluderig und die schlecht gepolstert, es ist mehr dünn gepolsterte Pappe als bequemes Sitzpolster. Daran ändern auch die anklettbaren Auflagen nicht viel. Vielmehr habe ich mir durch die Klettkästchen ordentlich Fäden an den Gurtpolstern gezogen, als sie mal versehntlich dran haften blieben.
Der Wagen hat 5-Punkt-Gurte, die aber auch erforderlich sind, allein um eine gewisse Sicherheit beim Transport zu gewährleisten, denn der Wagen hat nicht die Stabilität eines Inglesina. Beim Be- und Entladen muss man unbedingt auf die Reihenfolge achten, und zwar zuerst hinten rein, zuletzt hinten raus, damit er nicht kippt. Das war übrigens beim Inglesina egal.
Mein vorderes Kind wiegt z.Z. ca. 13 kg und ich muss es ständig zum Stillsitzen anhalten, da jede Bewegung das Schieben erschwert und den Wagen instabiler macht. Problematisch ist oft das Ankippen an den Bürgersteigen. Ich warte jedesmal darauf, dass er gleich zusammenbricht.
Fährt man nur mit dem hinteren Kind, ist der Wagen federleicht und prima zu schieben. Dafür sieht es doof aus und man wird gerne blöd angeguckt. Aber was soll man machen, wenn das andere Kind z.B. in die Kita geht? Will man nur mit dem größeren Kind fahren, hat man ein richtiges Problem, weil das aus physikalischen Gründen nicht geht. Das bedeutet, dass man eigentlich noch 2 weitere Wagen braucht: Nämlich einen Einzelwagen für das Kleinere und einen Buggy für das Größere.
Besonders schlimm und unhandlich finde ich das Verstellen der Sitzpositionen an beiden Sitzen. Dies ist über jeweils einen Gurt mit Schnappverschluß möglich. Das bedeutet, man braucht 2 Hände und das Kind sollte entweder nicht im Wagen sitzen oder liegen oder aber Jemand ist dabei, der hilft. Sehr unpraktisch, da man nicht mal eben das Kleinere in eine andere Position legen kann, wie bei anderen Wagen. Außerdem gint es nur wenige Einstellungsmöglichkeiten der Sitz- bzw. Liegepositionen. Die Stoffbezüge sind grundsätzlich am Wagen fest angenietet und somit nicht maschinenwaschbar.
Man muss das ganze Gerät in die Badewanne setzen, wenn man es sauber machen möchte. Das ist nicht klug durchdacht, da es doch öfter zu kleinen Malheuren kommt und man nicht mit einem schmutzigen Wagen durch die Stadt fahren möchte (meiner ist hellgrau, da sieht man wirklich jeden Fleck ganz toll...) Hinten hat der Wagen 2 einzelne kleinere Buggyräder, die nach geraumer Zeit die Grätsche machen, da sie die Gewichtsbelastung nicht aushalten (da nützt einem also auch das große Einkaufsnetz wenig) und eine durchgängige Bremse. Dafür ist der Wagen halt auch um ein Vielfaches billiger als z.B. der Inglesina, kann aber nach einer durchschnittlichen Nutzung auch kaum noch weiterverkauft werden.
Eine Überlegung wert, ist es auf jeden Fall: Brauche ich tatsächlich einen Doppeldecker oder mache ich viel mit dem Auto? Für diesen Fall kann man nämlich prima auf Plan B ausweichen, nämlich die Anschaffung eines soliden und bequemen Einzelwagen wie z. B. von Teutonia oder Hartan und einem ERGO Babycarrier. Damit ist man mobil, die Kinder sind gut aufgehoben und man kann später ein Kiddy- oder Buggyboard am Wagen montieren und so für beide Kinder nutzen. Braucht man irgendwann nur noch einen Buggy, bietet sich der Peg Perego Pliko mit seinem Geschwistertrittbrett an.
Beim Kauf ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass der Wagen stabil verarbeitet ist, dabei sollte er so leicht wie möglich sein. Räder und Achsen müssen viel aushalten können und auch die Bedienerfreundlichkeit sollte gegeben sein. Einhandbedienung, gute Federung, ein großes funktionelles Verdeck und eine breite bequeme Sitzfläche und Polsterung sind wichtiger als ein schickes Design (helle Farben, viele Flecken). Außerdem sollte der Wagen auch bei maximaler Beladung gut zu lenken sein. Da Väter und Mütter oft verschieden lang sind, ist auch der höhenverstellbare Schieber nicht zu vergessen. Kann man die Fahrtrichtung wechseln, ist das praktisch, aber kann ich trotzdem die Bremse bedienen? Wasserabweisende Stoffbezüge? Ist ein Sonnenschutz anbringbar? Kann man die Stoffteile alle waschen oder sind sie am Gestell vernäht?
Ob man eine feste Tasche nimmt, eine Softtragetasche oder einen dicken Fußsack auf den Sportwagenaufsatz legt, ist eine Frage des Geschmacks und des Bedarfs. Eine feste Tasche nützt nur etwas, wenn sie nicht am Gestell montiert werden muss, sondern einfach auf die flache Liegefläche des Sportwagens draufgesetzt wird (wie z.B. bei einigen Teutonia-Modellen). Ansonsten fuddelt man sicher nicht jedesmal am Kinderwagen rum. Dass man Softtragetaschen hinterher ohne Brett als Fußsack nutzt, halte ich ebenfalls für ein Gerücht, da sie anders verarbeitet sind als gängige Fußsäcke und somit nicht den gleichen Komfort bieten.
Kauft man ein Komplettpaket oder bekommt alles geschenkt, ist es sicher egal, stellt man alles einzeln zusammen und bezahlt auch selber, kann man sich überlegen, was tatsächlich sinnvoll ist und im Alltag weiterhilft.
Für Zwillingswagen oder die Geschwistervarianten empfehle ich auf jeden Fall das Hintereinandersitzen, da die breiten Modelle oft nicht in Aufzüge passen und unhandlich zu schieben und zu lenken sind. Sitzen die Kinder hintereinander, kommt man in der Regel sogar noch durch die wirklich engen Gänge bei Schlecker oder in den Bus.
Ratgeber erstellt am: 29.10.06 (aktualisiert 05.02.11)


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