Prüfzeichenfälschungen
Da in letzter Zeit wieder vermehrt falsche Prüfzeichen SCHLEGEL D BPP auftauchen, weiter unten große Abbildungen des echten Prüfzeichens. Aus aktuellem Anlass hier auch einige Abbildungen der gefälschten Prüfzeichen. Nur als Hinweis: Das Fälschen von Prüfzeichen stellt eine strafbare Urkundenfälschung da. Das Anbieten so verfälschter Marken, auch unter Hinweis auf Prüfgarantie und Rückgaberecht, ist mehr als bedenklich.
Beachten Sie bei Buchstaben "L" unten (krumme Haken), das "C", wie eine eckige Klammmer, das zweite P viel größer als das Erste. Zunächst falsche Signaturen:
FALSCH! Vorkommen auf angeblich einwandfrei postfrischen Posthornmarken
FALSCH! Alle Buchstaben zu rund. Vorkommen auf gestempelten Feldpostmarken! Sehr seltsam!
FALSCH! Und noch einer: Kleines "H" riesiges "E"
Und weil es so häufig vorkommt, noch eine, besonders gute Fälschung von SCHLEGEL BPP, dem Senior.
Echt an dem obigen Bild sind die kopfstehenden Buchstaben. Die sind der Anfang des Stempels "PRÜFZEICHEN FALSCH". Speichern Sie sich diese Fälschung unter dem Namen "Fettes SC mit weitem Abstand zum H".
ECHT!
und noch ein echter Prüfstempel, etwas verzogen abgeschlagen. Trotzdem produziert das keine generell krummen Buchstaben. ECHT!
Zur Stellung der Prüfzeichen auf Blöcken
Blockausgaben erhalten das Prüfzeichen auf dem Blockrand, in der Stellung entsprechend den Markensignierungen. Sind bei Blöcken die Ränder mit Wasser oder Chemikalien behandelt worden, so sind diese ungebraucht und erhalten zusätzliche Signierungen auf den Marken (Deutsches Reich Block 1 und 2).Für Berlin Block 1 gilt: der Block wird waagrecht am Blockrand signiert, die Marken senkrecht. Es gibt sehr wenige, altsignierte Blocks mit senkrechter Prüfzeichenstellung im Blockrand.
Besonders häufig sind neben der Fälschung von SCHLEGEL BPP in allen Varianten, die Prüfzeichen von Georg Bühler, Dr. Dub und INFLA BERLIN gefälscht.
Hier noch ein Beispiel am Bild unten. Marke durchstochen, deshalb diagonal signiert. Marke gestempelt, deshalb rechts signiert. Marke ohne Aufdruck, deshalb in normaler, lesbaren Stellung signiert. Die Marke hat eine belanglose Aufklebewelle und ist daher gering höher signiert. Georg Bühler war ein kompetenter und strenger Prüfer. Negative Meinungen üner ihn, rühren meist aus der Beurteilung von Marken die falsche Prüfzeichen "Georg Bühler" tragen.
ECHT!
Oft gefälscht, meist schwarz und in Pixelschrift, hier einmal im Original und blau, bei teuren Marken auch mit Prüfername und BPP
ECHT!
Stellung und Bedeutung der Prüfzeichen
Prüfzeichen, wie oben abgebildet, bestätigen nicht nur einfach eine Prüfung, sondern sagen auch etwas über die Qualität der betreffenden Briefmarke aus. Die Stellung gibt auch darüber Auskunft, ob die echte Marke geschnitten, gezähnt oder durchstochen getrennt wurde oder zu trennen gewesen wäre und ob die Marke einen zusätzlichen Aufdruck hat oder nicht.
1. wichtige Unterscheidung: Auf welcher Seite steht das Prüfzeichen? Rechts oder links, immer von hinten gesehen, beim Blick auf das Prüfzeichen. Links ist ungebraucht, rechts gebraucht. Weshalb sage ich nicht postfrisch und gestempel? Ganz einfach, auch Marken ohne Gummi, mit Falz oder auch mit falschen Gummi, können echt ungebraucht sein. Bei "gebraucht" muss nicht ein Stempel den Gebrauch belegen. Auch ein Rötelstrich, ein Federzug oder ähnliches kann das.
Weshalb ist das wichtig? Nehmen wir ein häufiges Beispiel aus der Wirklichkeit. Berlin Block 1 ungebraucht, links signiert, wird als gestempelt angeboten, hat auch einen Stempel. Zusätzlich wird noch "geprüft" angegeben. Der Stempel ist bei links signierten Blocks, immer falsch. Die BPP Prüfer irren sich in dieser Hinsicht nicht.
2. wichtige Unterscheidung: Es gibt viele Marken, gerade bei Altdeutschland, die sich nur durch die Trennung unterscheiden. Manche sind gezähnt teuerer, die werden dann aus den billigeren ungezähnten hergestellt, andere sind geschnitten teurer. Da werden dann die Zähne einfach abgeschnitten. In seltenen Fällen waren so manipulierte Marken, vorher zur Prüfung. Dann kann man die Trennungsart an der Stellung des Prüfstempels sehen.
- Waagrecht signiert = geschnittene Marke
- Diagonal signiert = durchstochene Marke
- Senkrecht signiert = gezähnte Marke
3. wichtige Unterscheidung: bei modernen Marken gibt es oft die Gleichen, mit und ohne Aufdruck. Bei Marken mit Aufdruck steht der Name noch oben zeigend, bei Marken ohne Aufdruck zeigt der Name nach unten. Analog bei ungezähnten Werten. Da werden Marken ohne Aufdruck so signiert, dass die Schrift normal lesbar ist, bei Marken mit Aufdruck, steht die Signatur auf dem Kopf.
4. wichtige Unterscheidung: Wie weit ist die Signatur vom unteren Rand der Briefmarke entfernt? Betrachten wir die Extreme. Steht die Signatur ganz unten, sozusagen tiefst signiert, ist die Marke fehlerfrei. Die Erhaltung also Pracht - Luxus. Die Begriffe sind im Ratgeber dubioses erkennen - Fachbegriffe verstehen verstehen erläutert. Beginnt die Signatur in Höhe der Markenmitte, ist die Marke stark fehlerhaft, oft repariert, sieht also gut aus, hatte aber starke Mängel.
Zwischen ganz unten und Markenmitte, gibt es eine breite Palette von Möglichkeiten. Leider variiert die Stellung individuell abhängig vom Prüfer. Auch die entsprechende Wertminderung kann nicht pauschal genannt werden. Erschwerend kommt hinzu, das im Laufe der Jahrzehnte die Maßstäbe geändert wurden. Um 1970 wurden Nachkriegsmarken mit Falz 1 Zahn höher signiert. Das hat zur Folge, dass heute der Markt überschwemmt ist von angeblich postfrischen Marken, alle zufällig 1 mm höher signiert. In Wahrheit nur entfalzt. Die Marke kann aber auch wirklich postfrisch sein und höher signiert wegen eines kurzen Zahnes oder einer Bugspur.
Daneben gibt es noch gebietsspezifische Unterschiede. Die sind auf der Internetseite des BPP (Bund philatelistischer Prüfer) nachzulesen. Dazu kommen dann noch die Ausgabenspezifischen Unterschiede. Ein Beispiel, die Abbildung unten:
Die Marke ist rechts signiert, senkrecht, BPP unten. Das heißt, die obige Marke hat keinen Aufdruck, ist gezähnt und gestempelt und natürlich in jeder Hinsicht echt. Die Signatur ist ganz unten angebracht, die Marke also einwandfrei. Die Marke hat jedoch oben einen und rechts (von der Rückseite aus gesehen) zwei kurze Zähne. Auf dieser Ausgabe jedoch, sind Zähne in dieser Art die übliche Erhaltung, die auch im Michelkatalog bewertet ist. Bessere Zähnung würde einen Aufpreis rechtfertigen. Hinzukommt, dass jeder Prüfer seine eigene Meinung in die Signatur einfließen läßt. Das ist ja auch normal. Es gibt und gab BPP Prüfer, die Altdeutsche Marken mit Bedarfsspuren (Büge, leichte Aufklebeknitter und ähnliches) tiefst signiert haben. Andererseits gibt es Prüfer, die bereits bei Ansätzen von Bugspuren, die nur im verdunstendem Wundbenzin zu erkennen sind, die Marke 2 mm höher signieren. Ich wäre gegen beide Extreme und würde auch sagen, das eine Marke durchaus Pracht sein kann, auch wenn sie einen halben mm höher signiert ist. Generell würde ich empfehlen, bei neuen Prüfungen Marken nicht signieren zu lassen, sondern nur mit Befund zu versehen.
Also: die Höhe des Prüfzeichens hängt nicht nur von den Vorgaben des BPP ab, sondern auch vom Gebiet, der jeweiligen Ausgabe und dem jeweiligen Prüfer ab. Zu den herausragenden Prüfern gehört eine Prüferin, Frau Maria Brettl. Marken mit echten Signaturen BRETTL oder BRETTL BPP, zeigen nachvollziehbare und reproduzierbare Stellungen des Prüfzeichens. Wer Altdeutland sammelt, wird sicher das eine oder andere Stück haben und damit ein gute Referenz für die Höhe der Signatur im Verhältnis zu den Einschränkungen an Qualität. Hier eine solche Signatur auf eine völlig einwandfreien Bayern Nr. 1
Die Signatur ist so tief, dass Teile davon außerhalb des Markenbildes sind. Das heißt nicht, das die Marke besser als einwandfrei ist, sondern Frau Brettl vermeidet es, in andere Signaturen hinein zu stempeln, was nicht jeder Prüfer tut. Die Signatur in blauviolett ist "Müller-Mark".
Nur zur Erinnerung, bei Marken ab etwa 1924, die als einwandfrei postfrisch beschrieben sind, muss die Signatur immer "tiefst" sein. Marken ohne erkennbare Fehler, die etwas erhöht signiert sind, sind immer verfälscht. Meist ist der Gummi manipuliert (falsch oder entfalzt).
Bei Bedarf oder aktuellem Anlass, erweitere ich gerne diese Abbildungen. Über den Link auf meine Homepage, über meine mich-Seite, können Sie auch noch einen akutellen, großen Scan finden, der mir von einem Opfer zur Verfügung gestellt wurde.
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Norddeutscher Bund, Okkupationsgebiete
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