Zur Nr. 1, 1 Kreuzer auf graugelb oder gelbbraun, Mi.-Nr. 1a und 1b
Diese Marken werden häufig aus der Nr. 5 "hergestellt". Man muss wissen, die Nr. 5, die 1 Kr. auf weißem Papier, wurde von denselben Druckplatten gedruckt, die auch für die Nr. 1b benutzt wurden. Lediglich die Papiersorte wurde geändert. Dazu zunächst ein Hinweis. Im Michel-Spezialkatalog stehen zwei Aussagen, die scheinbar ermöglichen sollen, Nr. 1 und Nr. 5 von einander zu unterscheiden. Einmal wird auf sogenannte Geheimzeichen hingewiesen, die Nr. 1-4 haben sollen. Das ist soweit richtig. Jedoch hat die Nr. 5 dieselben Geheimzeichen. Kein Wunder, es wurde ja von derselben Platte gedruckt. Danach wird behauptet, es gäbe Unterschiede in der Zeichnung. Auch diese Aussage ist leider einfach falsch. Eine Nr. 1a unterscheidet sich tatsächlich im Druckbild von einer Nr. 5, aber auch von einer Nr. 1b. Um eine Nr. 1b sicher prüfen zu können, braucht man die Originalmarke, ein geprüftes Vergleichsstück (besser viele) und eine Quarzlampe. Echte 1b quarzen in einer typischen Farbe. Leider kann man sie nicht eindeutig am Scan identifizieren.
Anders ist es bei der 1a. Viele verschiedene Einzelmerkmale erleichtern die Erkennung. Einmal hat das Papier meist einen gelblichen Stich. Die vorkommenden Farbtöne sind sehr typisch. Bei Rückseitenscans sieht man, das Papier ist durchscheinend. Das wichtigste Merkmal ist jedoch der tiefschwarze, gestochen scharfe und gleichmäßige Druck der schwarzen Farbe. Ein Erkennungsmerkmal, das für alle Baden "a" Ausgaben der Nummern 1-4 gilt. Auf meiner mich-Seite gibt es einen Link zu meiner Homepage, auf der hinter dem Link Baden, alle 1-4 a/b zu sehen sind. Da hier nur 10 Bilder gezeigt werden können, hier nur ein Detail einer echten Baden 1a.
Auf dem Bild gibt es schon viel zu sehen. Einmal eine der typischen, echten Farben einer 1a, ein chamois mit gelbstich, oder wie völlig richtig im Michel steht, hell- mittelgraugelb. Als nächstes der Abstand der Ziffer 1 zum Punkt dahinter. Hier ist er offensichtlich 1mm, soweit, wie laut Michel bei einer echten Nr. 1 der Abstand sein sollte. Leider wird bei späteren Auflagen der rechte Zipfel unten an der 1 immer länger und sieht dann irgendwann so aus, wie bei fast jeder Nr. 5. Bei der Erkennung der 1a hilft uns der Abstand also noch, als ein Merkmal. Der nächste Punkt, die Hintergrundlinien, das sogenannte Netzwerk, sind sehr fein und gleichmäßig gedruckt und zeigen fast keine Unterbrechnungen. Ein weiteres Merkmal einer echten 1a. Als Letztes noch das gleichmäßige Schwarz der Ziffer 1. Bei späteren Auflagen sind zunehmend weiße Sprenkel zu sehen. Der Druck wirkt trockener. Hier der Ausschnitt einer Nr. 5:
Deutlich zu sehen, die weißen Sprenkel in der 1, das Netzwerk viel unsauberer. Der Abstand zwischen 1 und dem Punkt ist jedoch offensichtlich gleich. Hier nun eine echte Baden Nr. 1b, in typischem Aussehen. Oben etwas dunkler, wegen einer Folientasche.
Die echte 1b ist gegenüber den Fälschungen im Tageslicht meist heller, unter der Quarzlampe meist dunkler. Damit Sie diesen Vergleich durchführen können, brauchen Sie natürlich eine geprüfte, echte 1b. Tipp: Um sich eine Prüfsammlung aufzubauen, kann man auch Kompromisse beim Kauf eingehen. Als Vergleichsstücke für Markenechtheit, eignen sich besonders gut farbfrische, leicht gestempelte Marken. Wenn ein Stück fehlt, macht nichts, auch eine kleine helle Stelle kann man in Kauf nehmen. Für eine Ausstellungssammlung wäre das nichts, aber zum Vergleichen braucht man kein Prachtstück. Zurück zum Thema:
Eine Baden Nr. 1 sollte nur geprüft erworben werden. Man sollte auch bedenken, praktisch alle echten Nr. 1 sind bereits geprüft, oft mehrfach signiert. Frisch verfälschte Nr. 5 sind natürlich nicht geprüft oder tragen nur frei erfundene Zeichen.
18 Kreuzer und 30 Kreuzer mit falschen Stempeln und falschen Prüfzeichen.
Hier ein Beispiel. Falscher Stempel K1 BADEN, insgesamt etwas zu klein. Alle Buchstaben sind krum und schief, jedoch können auch echte Stempel ähnlich aussehen. Die 30 Kreuzer steht gestempelt zwischen 2.400,- und 2.800,- Euro, ungestempelt (*) 12,- Euro. Das ist für viele Fälscher eine große Versuchung. Marken in dieser Preislage sind nur mit Attest oder Befund handelsfähig. Auch scheinbar gut gemeinte Angebote mit "Prüfgarantie" sollen meist nur den Aufwand vom Verkäufer auf den Käufer verlagern. Wenn dann noch "keine Übernahme von Prüfgebühren" dabei steht und eine "Bearbeitungsgebühr" für Rückgaben verlangt wird, ist die Absicht sonnenklar. Lesen Sie zu dem Thema "Merkmale falscher Stempel" auch meinen Ratgeber Stempel echt ? Sind die Marken signiert, sollten Sie das Aussehen der echten Prüfzeichen kennen. Wer Stempel fälschen kann, fälscht auch die Signatur.
Landpostmarken von Baden
Je teurer es wird, umso lustiger die Fälschungen. Eine 12 Kr. Landpost steht gestempelt mit 17.000,- Euro im Michelkatalog. Ohne Gummi, netto für 5,- Euro zu erwerben. Auch die 1 Kr. und 3 Kr. mit Einkaufspreisen von 1,- Euro und Katalogwerten von 150,- - 750,- Euro werden nicht verschont. Oft sehen die angeblich gestempelten Marken aus, als wären sie mit einem Stempel aus der Kinderpost behandelt. Tatsächlich sind sie es auch oft. Auch bei den Landpostmarken gilt das zu den anderen teuren Marken Gesagte. Echte Marken haben Befunde, die 12 Kr. ein Attest. Bei den Briefmarken mit einigen tausend Euro Katalogwert sind fast immer auch falsche Prüfzeichen vorhanden. Auf Badenmarken häufig "Georg Bühler". Das Prüfzeichen ist zahlreich gefälscht. Wegen der vielen verschiedenen Fälschungen hier die Abbildung des echten Prüfstempels:
Viele der Fälschungen haben stark abweichende Buchstaben.
Die nachfolgend abgebildete 12 Kr. ist falsch signiert Georg Bühler. Der Stempel sieht einem Originalstempel sehr ähnlich, ist also eine bessere Fälschung. Deshalb noch ein paar postgeschichtliche Informationen zur 12 Kruezer Landpost.
Die 12 Kr. Landpost wurde praktisch nur von wenigen Postämtern echt gestempelt. Das waren Baden, Markdorf, Merchingen, Säckingen, Steinen, Thiengen und Waldshut. Dazu Postablage Birkendorf und Bonndorf.
Die Marke gibt es auch echt halbiert oder geviertelt. Es handelt sich dabei jedoch um große Altdeutschlandraritäten, die ohne Ausnahme literaturbekannt sind. Trotzdem werden ständig neue Fälschungen davon produziert.
Ferner gibt es auch von allen Landpostmarken auch Ganzfälschungen.
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Allgemeine Ratgeber zum Thema Briefmarken sammelnGanzfälschungen der Marken des Deutschen Reiches, Zeppelin, Nothilfe und Andere
Eine Hilfe falsche Stempel zu erkennen
Eine Hilfe falsche Prüfzeichen zu erkennen
Fachbegriffe, Abkürzungen, dubiose Formulierungen verstehen
Ein Anleitung zum richtigen Waschen gestempelter Marken
Echtheitsmerkmale und Vergleichsbilder ECHT ODER FALSCH finden Sie in meiner Ratgeber zu den jeweiligen Sammelgebieten, folgen Sie den Links:
Altdeutschland:
Baden
Bayern
Bergedorf
Braunschweig
Hamburg
Hannover
Helgoland
Lübeck
Sachsen
Thurn und Taxis
Norddeutscher Bund, Okkupationsgebiete
Altösterreich, der rote Merkur
Deutsche Feldpost II. Weltkrieg
Böhmen und Mähren, Theresienstadt
Alliierte Besetzung Band- und Netzaufdrucke
Berlin Schwarz- und Rotaufdruck
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