Liebe eBayer,
seit einiger Zeit propagiert eBay das Anbieten von Artikeln mit "kostenlosem Versand", dazu möchte ich auch meine Meinung endlich mal veröffentlichen:
1. Wie allgemein bekannt hat in aller Regel niemand etwas zu verschenken. Es sollte daher jedermann klar sein, dass es "kostenlosen Versand" schon aus diesem Grunde nicht geben kann. Ausnahmen mögen diese Regel bestätigen, wirtschaftliche Unvernunft ist schließlich nicht strafbar.
2. Wird dennoch "kostenloser Versand" angeboten, so sind die Versandkosten in aller Regel "eingepreist", der Verkäufer hat also die Versandkosten irgendwie in seinen Verkaufspreis mit einberechnet bzw. versteckt und bietet nun zu diesem neuen Preis an.
Derartiges Vorgehen erscheint mir jedoch zum einen als "Unlauterer Wettbewerb", weil der Anbieter dem gutgläubigen Kunden auf diese Weise irrig glauben läßt, sein Artikel sei besonders günstig; von Betrug im strafrechtlichen Sinne mag ich gar nicht erst schreiben.
Zum anderen verstößt derlei Handeln wohl auch gegen die "Preisangabeverordnung (PangVO)", die alle gewerblichen Anbieter zu eindeutiger und warheitsgemäßer Auspreisung von Waren verpflichtet.
Soweit neue Bücher zum verlagseitig vorgegebenen Preis (sog. "Buchpreisbindung") mit "kostenlosem Versand" angeboten werden, wird in aller Regel die Buchpreisbindung unterlaufen.
Schließlich wird bei differenzbesteuerten oder privilegiert besteuerten Artikeln ("7% MWSt / USt") in aller Regel beim Anbieten von "kostenlosem Versand" ein Steuervergehen begangen werden, weil Versanddienstleistungen mit 19% MWSt / USt höher zu versteuern sind, diese Dienstleistung aber nunmehr zwar anfällt, angeblich aber nicht berechnet wird.
3. Dies alles führt zur Benachteiligung derjenigen Anbieter, die dem Druck durch eBay und den Mitbewerbern widerstehen und - wie auch ich - ordnungsgemäß unter Ausweisung eines Versandkostenanteils auspreisen und auch steuerrechtlich korrekt abrechnen.
UND WARUM PROPAGIERT EBAY DAS DANN??
Ganz einfach: Preisen alle Verkäufer im Schnitt realistische 5 Euro Versandkosten mit ein aus Angst sonst möglicherweise wegen Verzicht auf diese "marktschreierische Werbung" weniger zu verkaufen, verdient eBay allein dadurch an jedem Artikel bei 10% Provision satte 50 Cent mehr.
Sie sagen, das ist doch nicht viel? Bei eBay werden täglich Millionen Artikel verkauft, da sind die je 50 Cent mehr an Provision doch ein angenehmes "Extra", ohne dass eBay hierfür auch nur den geringsten Mehrwert für den Verkäufer bzw. den eBay Kunden bietet. Das erscheint mir wie die mittlerweile auch allgemein übliche Selbstbedienung in den Chefetagen der großen Firmen, einfach und effektiv...
Warum ich dagegen schimpfe? Ich stehe jetzt da als "vergleichsweise teuerer Anbieter mit extra Versandkosten", nur weil ich mich an Recht und Gesetz halte. Außerdem fallen die Kosten tatsächlich an und ich kann leider auch nichts verschenken =:(
Andreas Logemann



Vielen Dank für Ihre Wertung. Wenn Ihre Leserwertung unseren 
